• „Kriegshetzer“ gegen „Volkspolizei“ Die Zeitungsberichte im Juni 1953 spiegelten den Kalten Krieg wider

Medien : „Kriegshetzer“ gegen „Volkspolizei“ Die Zeitungsberichte im Juni 1953 spiegelten den Kalten Krieg wider

Matthias Lohre

DIE EREIGNISSE IM JUNI 1953: MEDIENREAKTIONEN IN WEST UND OST

In der DDR achtete man kaum auf die Schlagzeilen. Die kleinen Meldungen in der Ecke, oft mit einem Hinweis wie „Siehe auch Seite 6“ versehen, boten die interessanteren Neuigkeiten. Auch am 17. Juni 1953: „Provokationen von westberliner Kriegshetzern im demokratischen Sektor Berlins“ stand über einem kleinen Artikel des „Neuen Deutschland“ (ND). Während in West-Berlin Extraausgaben gedruckt wurden, hielten sich das „ND“ und das SED-Bezirks-Blatt „Berliner Zeitung“ an die DDR-Sprachregelung, nach der „ausländische Agenten“ und deren westdeutsche „Helfershelfer“ an allem schuld waren.

„Erste Rebellion gegen SED-Regime“ jubelte „Die Welt“ am 17. Juni. Zwei Tage später titelte die „Berliner Morgenpost“: „Der Westen steht hinter Berlin“. Und am 20. Juni resümierte die „Bild“-Zeitung: „In Ost-Berlin herrscht Grabesruhe“. „DDR“, „Volkspolizei“, „Stalinallee“ – die Zeitungen schienen miteinander um die meisten in Anführungszeichen gesetzten Worte zu wetteifern. Alle großen West-Berliner Zeitungen setzten eigene Reporter ein. Informationslücken füllten die Blätter mit Meldungen von dpa- und AP-Korrespondenten.

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