Krimi : „Beleidigung für die Opfer des Krieges“

Niederländischer Sender stoppt geplante Ausstrahlung von „Derrick“. Grund: Der 2008 gestorbene Schauspieler Horst Tappert soll in der Nazizeit Mitglied der Waffen-SS gewesen sein.

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Weltweit vekauft. Horst Tappert als Stephan Derrick im ZDF-Krimi „Derrick“. Foto: dpa Foto: dpa
Weltweit vekauft. Horst Tappert als Stephan Derrick im ZDF-Krimi „Derrick“. Foto: dpaFoto: dpa

Der niederländische Fernsehsender Max nimmt die deutsche Krimiserie „Derrick“ aus dem Programm. Senderdirektor Jan Slagter begründete diese Entscheidung am Samstag mit Berichten über die Rolle des „Derrick“-Darstellers Horst Tappert im Zweiten Weltkrieg: „Wir werden keinen Schauspieler ehren, der so über seine Vergangenheit gelogen hat.“

Die „F.A.Z“ hatte am Freitag unter Berufung auf den Soziologen Jörg Becker berichtet, der 2008 gestorbene Tappert sei in der Nazizeit Mitglied der Waffen-SS gewesen. Die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht wollte sich dazu nicht äußern. Tappert hat sich über seinen Lebensweg während des Zweiten Weltkriegs wenig geäußert. Er sei als Sanitäter eingesetzt gewesen, zum Ende des Krieges in Gefangenschaft geraten.

Der niederländische Sender wollte von Juli an 20 Folgen der Serie wiederholen. Das aber wäre eine Beleidigung für die Opfer des Krieges, sagte Slagter im Radio weiter. Ob andere ausländische Sender ähnlich reagieren, ist nicht bekannt. „Derrick“ wird weltweit in 102 Ländern ausgestrahlt, darunter Italien, Frankreich, Japan, Australien und Indonesien. meh

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