Krimi : Unheroisch und ein bisschen zart

Neuer ZDF-Krimi mit Anna Loos als Fahnderin Helen Dorn. Ein perfekter Krimi - aber der Schluss....

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Eine junge Frau wird brutal misshandelt, umgebracht. Die Tat ist schockierend, noch schockierender für die Ermittler ist das Muster, das der Mord zeigt. Vor Jahren haben Helen Dorn (Anna Loos) und ihr Kollege André Kuppka (Jörg Schüttauf) den Lehrer Michael Cornelius (Harald Schrott) ins Gefängnis gebracht. Drei Frauen soll er getötet haben, die Mordserie erinnert fatal an das aktuelle Verbrechen. Jetzt schieben sich die Fälle übereinander, die LKA-Frau Dorn wird mit dem Hauptkommissar Gregor Georgi (Matthias Matschke) zusammengespannt, sie siezen sich, Spannung und Aggressionen bauen sich auf, die auch die übrigen Fahnder erfassen. Offenbar hat die Polizei damals den falschen Mann überführt, Dorn war dabei, andere auch. Es kommt zu Übergriffen.

„Das dritte Mädchen“ ist der erste Fall der neuen ZDF-Kommissarin Helen Dorn. Das Buch stammt von Magnus Vattrodt, die Regie hat Matti Geschonneck. Beide schauen sehr darauf, dass der Kriminalfilm eine unterkühlte Temperatur hat. Streng, schnörkellos sind die Bilder, präzise die Figurenpsychologie, die Inszenierung konzentriert sich auf die kriminalistische Lösung. Der Zuschauer soll Empathie empfinden, weniger die Akteure.

Anna Loos spielt Helen Dorn. Enorm zäh, unheroisch ist ihre Kommissarin, mit wenigen Momenten von Zartheit. Nur einen Spalt weit öffnet sich die Tür in das Privatleben der Dorn. Es ist dieses Spröde, was die Figur anziehend macht. Matthias Matschke als Gregor Georgi zeigt, wie sehr Mann zu beißen hat, wenn ihm eine Frau bei gleicher Qualifikation vor die Nase gesetzt wird. Sein Kommissar glaubt an Protokoll, er geht andere Fahndungswege. Zur Spannung des Falls kommt die Binnenspannung der Fahnder. „Das dritte Mädchen“, ein perfekter Krimi? Schon, aber der Schluss ... Joachim Huber

„Das dritte Mädchen“, ZDF, Samstag, 20 Uhr 15

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