Medien : Kritik: Männer sind Schweine

Michael Burucker

Es geht nicht immer nur um Sex. Sat 1. Nein? Bisweilen hat man bei den Privatsendern ja doch den Eindruck, es drehe sich alles um dass Nämliche. Auch Sat 1 ging es, trotz des Titels, nur um Sex. Dass unsereins nicht verzweifelte, lag an dem fulminant frechen Spiel von Sophie Schütt als Liza und Rita Lengyel als deren Freundin Janni. Ob sie einen Motorrad-Polizisten mit Macho-Gehabe aufrissen (toll machohaft: Markus Knüfken), einem schüchternen Buchhändler zur Seite standen oder einen tolpatschigen Räucherstäbchen-Liebhaber drückten: Die Mädels mochten die Männer, auch wenn diese ziemlich daneben waren.

Wer macht sowas? Eine Frau natürlich - haben wir uns gleich gedacht. Christine Hartmann heißt die Regisseurin, die diesen männergehässigen Film gedreht hat. Temporeich inszeniert, vor Wortwitz sprühende Dialoge, die Figuren zwar karikiert, doch keineswegs platte Karikaturen à la Hera Lind - da hatte unsereins eine Menge Spaß. Aber sind wir Männer wirklich so? Wohl nicht ganz. So dämlich ist kein Polizist und auch kein Buchhändler. Frau Hartmann hätte einen Blick in den "Big-Brother"-Container werfen sollen. Dort wohnt Big Harry. Ein Familienvater mit großem Herzen, der ihre Probleme nicht hat.

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