Medien : Kritisch gesehen: Bloß nicht heiraten!

Mechthild Zschau

Ein unmöglicher Mann. Teil 1. ZDF. So unmöglich ist er gar nicht, dieser nette Lulatsch mit den wasserblauen Augen. Mit viel Charme schummelt er sich durch, meint vieles gut, macht noch mehr schlecht, lässt den Kopf hängen, fällt wieder auf die Füße und knipst sein bettelndes Bubenlächeln an (glaubwürdig: Stephan Kampwirt). Warum sich dieser Axel ausgerechnet in "die Zicke" Anneli verliebt (attraktiv schillernd: Svenja Pages), versteht er selbst vermutlich auch nicht. Aber sie heiraten. Und lassen sich scheiden, ein kurzes, langes Jahr später.

Der erste Teil trägt einigermaßen: eine Horde junger Leute, der herzwärmende alte Onkel des Otto Tausig, eine schaurig verrottete Dachwohnung (und das im leuchtenden München!), eine Jugendstilbuchhandlung ohne Kunden (woher hat Onkel bloß sein Geld?), wunderschöne Bilder, ein wenig Slapstick, viel Tempo, einige flotte Dialoge. Teil 2 bis 5 durchleuchten das Jahr danach unter verschiedenen Aspekten: Geld, Eifersucht, Rache, neue Liebe. Die Ursache des Scheiterns ist klar: Die Jungen wollen nicht wissen, dass Gemeinsamkeit Kompromisse fordert. Man kennt das. Warum also fünf Teile? Und die Moral von der Geschicht? Heirate nicht.

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