Medien : Kritisch Gesehen: Ein vitales Frauenquartett

Mechthild Zschau

Club der grünen Witwen. ZDF. Wenn vier Frauen um die Fünfzig sich langweilen, droht Unheil. Oder Heil? Was bloß sollen sie tun mit sich, dem Leben, den Männern - soweit vorhanden -, dem ekligen Altern, den aufmüpfigen Kindern, wenn nicht einmal ein Beruf sie tröstet? Sie trinken Champagner, gehen einander auf die Nerven und hecken Streiche aus. Ja, so sind sie, diese verblühenden Frauen in den Häuschen im Grünen, so haben wir sie immer gekannt.

In einem letzten Aufbäumen verschaffen sie sich noch einmal einen Kick: Sie wollen perfekte Morde begehen, wenn auch nur theoretisch. Als Stoff für einen Kriminalroman. Und schon holpert der vierfache Ausflug ins bewegte Leben los. Und das besteht aus dem üblichen Sortiment von Männern: dem scheinbar treuen, dem ungeniert untreuen, dem Schürzenjäger und dem verbitterten Witwer aus dem Nachbarhaus. Und am Schluss haben sie alle ihr Glück gefunden. Weil der Weg nach draußen zu ihnen selber führt. Welch eine Weisheit.

Das Filmchen von Marte Cormann (Buch) und Udo Witte (Regie) mit seinen müden Witzchen und kleinen Kalauern wäre schnell vom Tisch zu wischen, wenn da nicht die vier Grazien selber für Profil im abgestandenen Plot sorgten: Rita Russek, Manon Straché, Christine Neubauer und Ursula Karven sind ein hinreißend vitales Quartett aus unterschiedlichen Charakteren und Temperamenten, das gekonnt sich selbst ironisiert. Die Männer verblassen daneben - bis auf Horst Buchholz, der so unglaublich grantig dreinschauen kann, dass er das schiere Fürchten lehrt. Und schon zwingt die blasse Schmonzette doch zum kleinen Schmunzeln.

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