Medien : Kritisch gesehen: Eingetrocknet

Mechthild Zschau

O Palmenbaum. ARD. Ein Erfolg darf niemals allein bleiben, so das beinharte Gesetz des Fernsehens. "Single Bells" hatte 1998 passable Quoten gebracht, brauchte also dringend eine Fortsetzung. Und so machen sie sich brav an die Arbeit: Ulli und Xaver Schwarzenberger, das austriakische Ehepaar mit dem schwärzlichen Humor. War nicht in dem familiär gründlich verunglückten Weihnachten im dörflich schneebedeckten Fachwerkhaus der Traum von Mauritius angeklungen? Also los, ab unter den Palmenbaum mit der ganzen reizenden Familie: das beziehungsgestählte Ehepaar Luise und Joe mitsamt Kindern, Joes Mutter im Großgeblümten und die reiche Lilibet. Und schon fliegen die Bosheiten und Sticheleien wie gehabt. Doch die tropische Hitze besänftigt alle Gemüter derart, dass die Gemeinheiten nicht so recht ziehen wollen, die Katastrophen sich in gemütlichen Grenzen halten und der Witz im Sande versickert. Und schon ist die saftige, vom eigenen Familienstress entlastende Satire still vertrocknet. Übrig bleibt eine mäßig nette Komödie mit mäßig netten Leuten und ebensolchem Happy end. Erfolge lassen sich nun mal nicht wiederholen. Auch das ein beinhartes Gesetz des Mediums.

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