KRITISCH gesehen : Ferner liefen...

heute-journal, ZDF; Tagesthemen, ARD. Nachrichtenredaktionen kommen ohnehin selten zum Durchatmen, aber an solchen ereignisreichen Tagen wie am Montag machen Planungen und Konferenzen besonders viel Spaß. Was ist am wichtigsten: die größte Wahlschlappe der CSU, die Bankenkrise samt Absturz und Rettung eines deutschen Geldinstituts oder gar die befreiten deutschen Geiseln? Viele Zuschauer der Nachrichtenmagazine von ARD und ZDF am Montagabend haben sich über die Gewichtung der Themen des Tages gewundert, nachdem die US-Abgeordneten das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für die Wall Street dramatisch hatten scheitern lassen und den größten Crash in der Geschichte des Dow-Jones-Index ausgelöst hatten. Die Finanzkrise mit ihren Auswirkungen in Deutschland und Europa – in fast allen überregionalen Zeitungen am Dienstag Thema Nummer Eins – kam im „heute-journal“ an zweiter, bei den „Tagesthemen“ gar erst an dritter Stelle, nach 20 Minuten, mit einem Bericht der US-Korrespondentin Hanni Hüsch. „Der war mit heißer Nadel gestrickt, die Themenverteilung eine bewusste Entscheidung“, sagt Thomas Hinrichs, zweiter Chefredakteur von ARD aktuell. Außerdem seien dadurch noch mehr Informationen herüber gekommen als bei der Konkurrenz. „Wir wollten keine Agenturen vorlesen. Zuverlässigkeit geht uns vor Schnelligkeit.“ Zumindest eines hat das „heute-journal“ an diesem Supermontag gewonnen: den Quotenkampf mit 2,75 Millionen Zuschauern gegenüber 2,17 bei den „Tagesthemen“.meh

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