Medien : Kritisch gesehen: Kulturnudel

Hans von Altona

Kulturweltspiegel. ARD. Schade, schade: kein Skandal. Else Buschheuer stand bei ihrem Debüt als Moderatorin des "Kulturweltspiegel" nicht Kopf (und sie hatte es doch im Tagesspiegel-Interview versprochen!). Und auch sonst ist nichts passiert. Jedenfalls nichts Schlimmes. Else Buschheuer ist eben doch keine Skandalnudel, sondern ganz einfach eine schöne Frau, die die Gesetze des Fernsehens respektiert. Alles andere wäre ja auch furchtbar dumm von ihr - und vom WDR - gewesen. Und dumm ist Else Buschheuer nun wirklich nicht.

Ein bisschen Sex war dabei - die multiplen Orgasmen der Catherine M. Aber mehr als den kleinen Schlenker, dass eben auch eine Kunstkritikerin sexuell aktiv sein könne, wollte sich Frau Buschheuer nicht erlauben. Was sollte danach noch Aufregendes kommen? Werner Herzogs neuer Film, das neue Buch von Umberto Eco, der seltsame Kunstbau eines lichtbegeisterten Amerikaners in der Wüste von Arizon? Kalter Kaffee. Oder anders: "Kulturweltspiegel", wie wir ihn kennen.

Die einzige wirkliche Bewegung lieferte aber dann doch Else Buschheuer. Nach den ersten Worten ihrer Moderation ging sie jeweils ein paar Schritte in ihrem virtuellen Studio - es wäre auch des Unbewegten zu viel gewesen, hätte sie in der toten Kulisse verharren müssen wie eine Ölgötzin. Buschheuer machte alles richtig. Dass sie sich am Ende ein bisschen über die Aufregung lustig machte, die ihr Engagement ausgelöst hatte, war auch schon alles, was den Rahmen des Üblichen sprengte.

Else kann weiter machen, Else wird weiter machen. Nur ist es mit der Aufregung, die doch so schön jung hält, leider schon vorbei. Wenn etwas ein Skandal ist, dann das.

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