Kuba vor 1959 : Mafia-Paradies und Bordell der USA – Kuba vor der Revolution 1959

Eine Arte-Dokumentation zeigt, wie sich Mafia im Verein mit dem Batista-Regime Kuba ausplünderte. Aber dann kamen Fidel Castro und die Revolution

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Die Ami-Schlitten blieben. Kuba nach dem Revolutionssieg von Fidel Castro.
Die Ami-Schlitten blieben. Kuba nach dem Revolutionssieg von Fidel Castro.Foto: Arte

Der Handschlag zwischen US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro gilt als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Ein halbes Jahrhundert nach der kubanischen Revolution

von Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara kommt es zur vorsichtigen Annäherung der beiden Länder. Eine Rückkehr zu den Zeiten vor 1959 will niemand, vor allem nicht Kuba, denn da war das Land vor allem eins: „Das Mafia-Paradies“, wie die gleichnamige Arte-Dokumentation zeigt.

Im zweiten Teil des Hollywood-Films „Der Pate“ von Francis Ford Coppola werden die letzten Tage der Mafia-Herrschaft auf Kuba und der Sieg der Revolution über den in der Bevölkerung verhassten, aber von den USA lange Zeit hofierten Präsidenten Batista erzählt. In der Realität stammten die mächtigen Gangster jedoch nicht von der Corleone-Familie, sondern hießen Lucky Luciano und Santo Trafficante. Ansonsten stimmen die Fakten – nur dass es noch schlimmer war als im Film. Nach Las Vegas wollte die organisierte Kriminalität auf Kuba einen Staat aufbauen, der von ihr kontrolliert wurde. Glücksspiel, Drogen, Prostitution und Geldwäsche waren die Säulen.

Für ihren Film haben Bernhard Pfletschinger und Hans-Peter Weymar mit Kubanern gesprochen, die die Zeit nicht vergessen haben, in der Kuba zum „Bordell der USA“ wurde. Während sich dort oder in den Kabaretts, Pornokinos und Nobelhotels hunderttausende Amerikaner vergnügten, hungerten die Kubaner. Auf die Proteste reagierte das Batista-Regime mit Folter und Mord. Und US-Politiker wie Richard Nixon beschwerten sich höchstens dann, wenn ihre politischen Freunde zu viel Geld in den Casinos verloren.

Anders als im „Paten“ wird nicht nur ein Schlaglicht auf einen kurzen historischen Moment geworfen, die Doku zeigt die Hintergründe auf, die zur Entstehung der Mafia in den USA und zur Expansion des Machtbereichs nach Kuba geführt haben. Vor allem aber wird ein Blick hinter die glitzernde Kuba-Kulisse vor 1959 geworfen. Eine Neuauflage davon will niemand, dafür war der Preis zu hoch, den die Kubaner gezahlt haben, um die Macht von Batista, Mafia und CIA zu brechen. Kurt Sagatz

„Das Mafia-Paradies – Kuba vor der Revolution von 1959“, Arte, Dienstag, 23 Uhr 15

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