Künftige öffentlich-rechtliche Struktur : Die ARD ist keine Schlachteplatte

Was nicht geht: die ARD im Hauruck-Verfahren aufteilen. Was geht: eine Reform der ARD im Hauruck-Tempo. Ein Kommentar

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Neun Sender bilden die ARD und veranstalten zusammen das erste Programm
Neun Sender bilden die ARD und veranstalten zusammen das erste ProgrammFoto: ARD

Was also macht einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlbar? Man nehme eine Deutschlandkarte, schneide sie von oben nach unten, von links nach rechts durch. ARD-Deutschland gevierteilt, Rundfunk nach Himmelsrichtungen, Kosten mindestens halbiert. Hurra! Die Lösung für das Problem der öffentlich-rechtlichen Reform hat nur einen Nachteil – sie passt nicht zum Problem. Die föderale Arbeitsgemeinschaft der neun Anstalten ist wie das föderale Deutschland der 16 Bundesländer: Beide sind gewachsen, organisch wie unorganisch, zum Wohl und zum Wehe der Bürger wie der Beitragszahler. Für die ARD heißt das damit auch: Neun Mal vergleichbare Strukturen zum Zwecke regionalen wie nationalen Rundfunks. Wer da keine Synergien erkennt, der verneint die Chancen. Verteilung statt Vierteilung als Leitlinie. Die Länder haben die ARD (und das ZDF) unter Druck gesetzt. Verlinkte Arbeitsgruppen sollen künftige Verfassung, künftigen Auftrag, künftige Kosten definieren. Es geht um progressive Fortentwicklung und um parallele Rückentwicklung. Der Prozess hat begonnen, er ist nicht umkehrbar. Hauruck darf das Tempo, nicht die Methode sein.

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