Medien : "Küss mich, Frosch": Große Liebe aus dem Tümpel

Simone Leinkauf

Poetische Geschichten für Jugendliche sind Mangelware im deutschen Fernsehen. Um so mehr fällt der 90-Minüter "Küss mich, Frosch" ins Auge, der am ersten Feiertag um 14 Uhr 10 im ZDF auf dem Programm steht. Nicht zu Unrecht fällt einem da die Geschichte vom Froschkönig ein, auch wenn Autor Thomas Brückner und Regisseurin Dagmar Hirtz aus dem Märchen der Gebrüder Grimm eine moderne Teenager-Komödie gemacht haben.

Der Film hat alles, um Jung und Alt zu Weihnachten gemeinsam vor dem Bildschirm zu halten: Die 16-jährige Anna (Anja Knauer) rettet einen grasgrünen Frosch vor den blutrünstigen Experimenten ihres jüngeren Bruders Raoul (Kevin Leisner). Auf dem Zimmer küsst das Reptil seine Retterin und verwandelt sich in Dietbert von Tümpelberg (Matthias Schweighöfer), der vor 1000 Jahren einer unseligen Familientradition zum Opfer fiel: Der erste Sohn erbte den Titel, der zweite wurde Soldat, der dritte Priester und der vierte verhext. Und so verbrachte Dietbert als Viertgeborener die vergangenen Jahrhunderte in Tümpeln und Wiesen. Nun muss er sich innerhalb von drei Tagen in eine Jungfrau verlieben, die ihn ebenfalls lieben muss, ansonsten verwandelt er sich für immer in einen Frosch oder darf nie wieder küssen. Beides scheint für den Weiberhelden nicht erstrebenswert zu sein.

Eine verrückte Story, schwungvoll inszeniert und von den jungen Schauspielern mit Charme und Witz umgesetzt. Und dass es beim Aufeinandertreffen eines jungen, dem weiblichen Geschlecht zugeneigten Prinzen aus dem Jahre 1000 und einer modernen, unabhängigen Frau aus dem Jahre 2000 zu einer Reihe von komischen Missverständnissen kommen muss, ist nur folgerichtig. Dem Team ist es gelungen, die zeitbedingten Unterschiede auf humorvolle Weise ins Bild zu holen, ohne dass die Froschgeschichte lächerlich gemacht wird. Ein richtig schöner Film, von dessen Qualität sich der Zuschauer auch übers Jahr verteilt den einen oder anderen mehr wünschen würde.

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