Kultmagazin : Gimmicks für Große

Das „Yps“-Heft kehrt mit neuer Zielgruppe zurück. Das Lifestyle-Magazin wendet sich nun an die 30- bis 45-Jährigen - altersgerechte Gimmicks inklusive.

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Es war einmal ... und es wird wieder sein. „Yps“ steht vor Comeback. Foto: promo
Es war einmal ... und es wird wieder sein. „Yps“ steht vor Comeback. Foto: promo

Die Urzeitkrebse kündigen sich an. Vielleicht reiten sie auf einem Solarzeppelin oder legen ihre Fühler todesmutig in die Fingerguillotine. Alles Quatsch? Nein, alles „Yps“! Das Kultmagazin begeisterte mit seinen beigelegten „Gimmicks“ für Bastler und Geheimagenten Jugendliche einer ganzen Generation. Nach 25 Jahren und 1253 Gimmicks wurde es 2000 eingestellt – mit dem Argument, die Jugend interessiere sich heute nur noch für Pokémon und Playstation. Zwölf Jahre später glaubt der Egmont-Ehapa-Verlag nicht etwa an die Entdigitalisierung der Jugend, sondern an den Kultstatus der Marke: Im Oktober kehrt „Yps“ zurück – als Lifestylemagazine für 30- bis 45-Jährige.

Die Idee ist ebenso einfach wie gewagt: Das neue „Yps“ soll diejenigen erreichen, denen die Gimmicks die Kindheit verzaubert haben. Statt des Blasrohrs, das um die Ecke schießt, und den „lebenden Wunderbohnen aus Mexiko“ kündigt der Egmont-Ehapa-Verlag nun vage „Gimmicks und Gadgets für Agenten, Forscher und andere Erwachsene“ an – sowie Zaubertricks für die nächste Party.

Also doch wieder die Geldmaschine, die damals aus Papier einen Zehnmarkschein machte? Schwer vorstellbar, dass sich dafür heute noch jemand begeistern könnte. Die Frage, wie Gimmicks für Erwachsene aussehen könnten, beantwortet der Verlag derzeit noch nicht. Aber ob der natürliche Spieltrieb, der Erwachsene mit großer Freude auf die Legoteppiche ihrer Kinder treibt, ausreicht, damit sie auch das Heft kaufen? 5,90 Euro soll es kosten und zunächst mit einer Auflage von 120 000 Exemplaren erscheinen. Wird das erste Heft ein Erfolg, geht „Yps“ in Serie. Vor sieben Jahren hatte der Egmont-Ehapa-Verlag schon einmal versucht, den Titel wiederzubeleben, damals mit der alten Zielgruppe. Doch auch die Urzeitkrebse konnten nicht verhindern, dass nach drei Ausgaben Schluss war.

Deswegen setzen die Macher nun auf neue Inhalte. Die Comics, wie das blaue Känguru, waren schließlich schon damals zweitrangig. Die besten werden zwar wieder auftauchen, ansonsten soll es um „Themen aus den Bereichen Mode, Automobil und Technik“ gehen. „Wir werden versuchen, den Geist von ,Yps’, dieses positive Alles-mal-ausprobieren, in das neue ,Yps’ zu übertragen“, sagt Chefredakteur Christian Kallenberg. Was das konkret heißt, lässt der ehemalige Chefredakteur der „FHM“ offen.

Zumindest die bereits mehr als 6200 Gefällt-mir-Angaben unter der Comeback- Ankündigung sprechen für die Idee. Und ein „Yps“-Zaubertrick funktioniert noch heute: Der Gedanke an die Gimmicks von damals zaubert einer ganzen Generation ein Grinsen ins Gesicht. Anke Myrrhe

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