Kultur zur Prime Time : Erkenntnisgewinne

3sat gibt der Kultur ihre Zeit – mit „Kulturzeit“, seit nunmehr 15 Jahren.

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Die vier von der „Kulturzeit“. Andrea E. Meier, Ernst A. Grandits, Cécile Schortmann und Tina Mendelsohn (v.l.n.r.) wechseln sich in der Moderation ab.
Die vier von der „Kulturzeit“. Andrea E. Meier, Ernst A. Grandits, Cécile Schortmann und Tina Mendelsohn (v.l.n.r.) wechseln sich...Foto: 3sat

Das ist die blaue Stunde im deutschen Fernsehen. Punkt 19 Uhr starten die „heute“-Nachrichten“ und informieren über nationales und internationales Geschehen. Punkt 19 Uhr 20 startet die „Kulturzeit“ und bietet ein Fernsehfeuilleton mit Berichten, Tipps und Nachrichten rund um Film und Bühne, Kunst und Literatur, Kulturpolitik und Gesellschaft. Studio- und Schaltgespräche schaffen Lebendigkeit. Dann ist es 20 Uhr geworden im Programm von 3sat, die „Tagesschau“ beginnt. Seit 15 Jahren geht das so an jedem Werktag, am 2. Oktober 1995 startete das Kulturmagazin.

3sat-Koordinator Daniel Fiedler sagt, die „Kulturzeit“ sei und bleibe das Herzstück des Programms. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal von 3sat, dass jeden Tag eine Kultursendung live und aktuell produziert werde. Kultur zur Primetime, das war ein Wagnis, heute ist die „Kulturzeit“ eine Institution. Und mehr als ein Tageshäppchen für den Kulturfreund. Schwerpunkte und Reihen verfolgen bestimmte Themen über mehrere Tage oder auch Wochen. Projekte gibt es auch. Beispiele sind „100 Wörter des Jahrhunderts“, wo epocheprägende Begriffe zur Jahrtausendwende in den Medien Fernsehen, Zeitung und Hörfunk mit Autoren und Filmemachern umgesetzt wurden, sowie die Reihe „Stations“, in der wichtige Meisterwerke der zeitgenössischen Kunst vorgestellt wurden.

Jeder der vier beteiligten Sender – ARD, ZDF, ORF und SF – stellt einen Moderator. „Auf diese Weise kann man Themen auch über Ländergrenzen hinweg beobachten“, sagt Daniel Fiedler. Tina Mendelsohn steht für das ZDF ein, Andrea E. Meier für das Schweizer Fernsehen, Ernst A. Grandits repräsentiert seit 1996 den österreichischen ORF, Cécile Schortmann tritt für die ARD an. Auch für die nächsten Jahre wird das klassische Feuilleton ihr Sendeauftrag sein. Die Maxime wird jene bleiben, die Gert Scobel, Moderator der ersten Stunde, ausgegeben hat: „Kultur im Fernsehen ist Unterhaltung, aber mit Erkenntnisgewinn.“

Am heutigen Jubiläumstag geht die „Kulturzeit“ außerplanmäßig auch am Samstag auf Sendung. Im Zeitraffer von drei Stunden zeigt die „Lange Nacht der Kultur“ einen Querschnitt aus 129 180 Sendeminuten „Kulturzeit“. Joachim Huber

„15 Jahre Kulturzeit“, 22 Uhr 45

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