Medien : Kulturarbeit, von der CIA gefördert

Hendrik Feindt

Die Künstler und die CIA – das ist das Thema eines Dokumentarfilms von Hans-Rüdiger Minow heute auf Arte. Das Thema ist nicht ganz neu. Sein wesentliches Faktum hatte vor vierzig Jahren ein Artikel der „New York Times“ ans Tageslicht gebracht: Dass nämlich eine Reihe kultureller Aktivitäten in Westeuropa, hinter denen vorgeblich die mäzenatische Unterstützung durch nordamerikanische Stiftungen gestanden hatte, durch die CIA finanziert worden war. Bildende Künstler und Literaten, Orchester und die Redaktionsstäbe intellektueller Zeitschriften wie der von Melvin Lasky geleitete „Monat“ und die von Raymond Aron mitherausgegebenen „Preuves“ hätten auf CIA-Gehaltslisten gestanden und Zuwendungen erhalten.

Dabei waren es nicht die scharfen Antikommunisten, deren Einbindung in einen westlichen Denkkanon im Vordergrund stand, sondern ein breites Spektrum: von Konservativen, Liberalen bis hin zu Linksintellektuellen. Minows Bild von der Kulturarbeit der CIA ist von einem Ernst, der selbst in den Tonfall der (Gegen-)Propaganda gerät. Da wird der Verleger Joseph Caspar Witsch, Kopf der Kölner Gruppe des „Kongresses“, als ehemaliger nationalsozialistischer Kulturfunktionär vorgeführt und mit ihm sein Autor Heinrich Böll ins Visier genommen, der sich wissentlich oder unwissentlich in dessen geheimdienstlich geförderte Absichten habe einspannen lassen. Diese Art Insinuation lehnt die Heinrich-Böll-Stiftung im Gespräch mit dem Tagesspiegel ab.

„Benutzt und gesteuert – Künstler im Netz der CIA“, Arte, 20 Uhr 40

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