Kunstnamen im Netz : „Wie buchstabiert man das?“

Manche Start-ups tun sich mit Kunstnamen im Netz keinen Gefallen, sagt ein Domain-Spezialist.

von
Florian Huber
Florian Huberprivat

Florian Huber ist Chef des Domain-Spezialisten „United Domains“ und in der deutschen Start-up- Szene vernetzt.

Herr Huber, warum diese ganzen Kunstnamen?

Einerseits fällt es heute extrem schwer, einen beschreibenden, selbst erklärenden Namen zu finden, für den noch die passende Internetseite frei wäre. Sie können sicher sein, dass www.auto-verleih.de genauso vergeben ist wie internet-drogerie.de.

Allein von den Adressen mit .de-Endung gibt es inzwischen 15 Millionen ...
... wobei nur die Hälfte davon wirklich genutzt wird, der Rest ist gebunkert, zum Beispiel von Firmen, die darauf hoffen, dass irgendjemand mal so eine Adresse braucht.

Wie viel kostet das Abkaufen?
Mindestens 1000 Euro. Ist der Name kurz und prägnant, kann er das Zehnfache kosten. Nicht wenig für ein kleines Start-up.

Also sind Kunstnamen die billige Alternative?
Stimmt nicht unbedingt. Weil es dann nämlich ein großes Marketingbudget braucht, um den Namen bekannt zu machen.

Warum das? Namen wie Yahoo sind doch einprägsam, haben Wiedererkennungswert.
Könnte man meinen. Aber überlegen Sie mal, wie viele Möglichkeiten es gibt, so einen Namen falsch zu schreiben.

Und dann?
Das macht es schwer, eine solche Seite seinem Bekannten am Telefon zu empfehlen. Der wird Hemmungen haben, nachzufragen, wie man das jetzt genau buchstabiert. Ich glaube, viele Start-ups tun sich keinen Gefallen mit ihrem Kunstnamen.

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