Medien : Kurzmeldungen

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ZU MEINEM ÄRGER

Frau Schnitt, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Geärgert habe ich mich über die „Süddeutsche Zeitung“ am Dienstag früh. Was fällt raus, nachdem am Montag nichts mehr drin ist? Die Beilage „Golf Spielen“. 80 Seiten in Farbe auf Glanzpapier, zwischen reichlich Luxus-Anzeigen ist viel von Champagner die Rede, von Longhittern und dem virtuellen Boom. Da weiß man doch gleich wieder, warum „Jetzt“ eingestellt wurde. Die jungen Leute, denen diese ungebügelte Beilage wichtig war, kaufen (noch) keinen BMW, haben es nicht mit „Vermögensmanagement“ und Golf spielen sie wohl auch nicht. Jaja, ich weiß, wir alle leben von den Anzeigen, und wenn die Jungs und Mädels brav „Golf spielen“ lesen statt das leicht krause „Jetzt“, dann dürfen sie vielleicht später in „Golfers weiter Warenwelt“ mitshoppen.

Gibt es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Gefreut habe ich mich – nochmal über die Jugend und das Ergebnis der neuen Shell-Studie. Sind also doch nicht alles Brutalos/Egoisten/Schluffis/Tussis, unsere Söhne und Töchter. Und nochmal Anzeigen: zum Knuddeln fand ich euren Berliner Promi-Friseur Udo Walz in der kleinen „Zeit“-Eigenwerbung „Mein Leben mit den Medien“. Der liest das Bildungsbürgerblatt „damit ich mitreden kann“, und versteckt es unterm Sofa, „um nicht anzugeben“.

Petra Schnitt ist Redaktionsleiterin von „Stern-Spezial Biografie“.

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