Medien : Kurzmeldungen

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Die Tageszeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD) überschreitet nach Ansicht des Medienwissenschaftlers Siegfried Weischenberg mit ihrer direkten Wahlempfehlung die Grenzen des Journalismus. „Journalisten sollen informieren, kritisieren, kontrollieren und orientieren – nicht aber missionieren“, sagte der Leiter des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg. Er bezeichnete die Aktion des Wirtschaftsblatts als eine „Bevormundung der Leser“.

Die Wahlempfehlung sei in erster Linie eine „Marketing- Strategie“, sagte Weischenberg, der von 1999 bis 2001 Chef des Deutschen Journalistenverbandes war. „Die ,Financial Times Deutschland’ ist – was die Auflage betrifft – ja nicht gerade in aller Munde. Seit sie diese Geschichte machen, ist sie es.“

SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte, er wisse nicht, ob es der Zeitung angesichts der steigenden Umfragen für die SPD leicht gefallen sei, die Union zu empfehlen. Grünen-Parteichef Fritz Kuhn sagte: „Man muss da immer unterscheiden, was für die Wähler gut ist und was für die Auflage einer Zeitung gut ist. Vielleicht hat sich die ,Financial Times’ an Letzterem orientiert.“ jbh

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