Medien : Kurzmeldungen

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Frau Koelbl, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Mich ärgert, wenn die Justizministerin nach ihrem Bush-Hitler-Vergleich die Redakteure der „Schwäbischen Zeitung“ als überforderte und unfähige Provinzjournalisten darstellt. Wie immer ihre Äußerung auch war, ist es doch seltsam, dass sie überhaupt Hitler in diesem Zusammenhang erwähnte. Es ist die Selbstgefälligkeit, die Däubler-Gmelin in ihrem Amt entwickelte und die sie offenbar anmaßend werden ließ. Um die Macht weiter zu erhalten, korrigiert sie nicht ihre eigenen Worte, sondern kritisiert die anderen, die sie zu Protokoll genommen haben.

Gibt es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Gefreut hat mich, aber das liegt schon eine Woche zurück, der Bericht von Kurt Kister in der „Süddeutschen Zeitung“ über das Duell Schröder/Stoiber mit Christiansen und Illner. Seine Beobachtungen sind wie immer, scharf, analytisch und witzig. Seine Figuren werden lebendig vor dem Leser, so bildhaft und genau ist seine Sprache. Und das Besondere: Er lässt sich nicht umarmen, weder von rechts noch von links. Er hat eine selbstverständliche Unabhängigkeit, die er lakonisch äußert .

Herlinde Koelbl ist Fotografin und Buchautorin („Spuren der Macht“, „Die Meute“ ).

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