Medien : Kurzmeldungen

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Herr Dagan, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Die erste Hälfte der Woche verbrachte ich in Washington, wo ich bei einer Konferenz des Außenministeriums gebeten wurde, die deutsche Haltung zu Irak zwar nicht zu vertreten, wohl aber für Amerikaner verständlich zu machen. Im Flug zurück nach Berlin kam die kalte Dusche: in deutschen Zeitungen und Zeitschriften nur Berichte und Kommentare, die die Amerikaner als Kriegstreiber darstellen. Hochkonjuktur für MdB HansChristian Ströbele, der schon im Golfkrieg vor über zehn Jahren Antiamerikanismus verbreitete und oben drauf Israel dafür verantwortlich machte, dass es von Saddam Hussein mit Raketen angegriffen und mit Giftgas bedroht wurde. Die Stimmung, die dadurch erzeugt wird, treibt Deutschland gerade zu einem Zeitpunkt in die Isolation, wo der Weltsicherheitsrat sich darauf einigt, dass der Irak nun ohne Wenn und Aber abrüsten muss. All das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch hochgradig gefährlich.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Donnerstag, Pariser Platz. In einer der besten Adressen der Republik findet der Jahresempfang des Vereins der ausländischen Presse statt, dessen Mitglieder das Bild Deutschlands in aller Welt prägen. Auch viele deutsche Journalisten sind dabei, als das Lebenswerk des am selben Tag verstorbenen Rudolf Augstein gewürdigt wird. Bundeskanzler Gerhard Schröder beweist durch Anwesenheit und Wortwahl, dass er die Auslandspresse wohl ernst nimmt. Die Resonanz in den Medien ist beachtlich. Gut für Deutschland – und für uns ausländische Medienvertreter, die zu diesem Fest eingeladen hatten.

Daniel Dagan arbeitet als Berlin-Korrespondent für die Israel Broadcasting Authority, die Wirtschaftstageszeitung „Globes“ und die „Jerusalem Post“.

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