Medien : Kurzmeldungen

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Herr Wendland, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Wie mit „mediengeschürter Untergangshysterie“ (Heribert Prantl) als „Ausgeburt der Fernsehdemokratie“ (Hans Mommsen) jede Woche eine neue Sau bundesrepublikanischer Apokalypse durch die Mediendörfer getrieben wird – ob sie nun historisch schräg verkleidet sind wie der absurde BrüningVergleich oder moralinsauer aufstoßen sollen wie die Beschwörung des „Wahlbetruges“. Die „exzessive Generaljammerei“ der Deutschen findet eben nicht nur auf hohem Niveau statt, sondern – darüber sollten wir Medienfacharbeiter verschärft nachdenken – auf einem widerstandslos ausgebreiteten Resonanzboden unserer allzu schnellen, zu willfährigen Medienprodukte. Woanders wird auf weniger hohem Niveau erstaunlich weniger geklagt, aber anders, nämlich souveräner, gelassener, trotzdem analytisch schärfer befunden.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Dass Joan Collins als Patin in New York den Emmy an Breloers „Die Manns“ übergab. Das „Biest“ aus Denver flößte vor Jahrzehnten auch Deutschlands Fernsehproduzenten die Angst ein, ob serielle Seifenopern nun alle hausgemachten Fernsehspiele von Qualität verdrängen würden. Der New Yorker Erfolg müsste Produzenten und Planer motivieren.

Jens Wendland ist Hörfunkdirektor des S FB.

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