Medien : Kurzmeldungen

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FERNSEH–TIPP

20 Uhr 30 Zeit der Rache. ARD . Ob es so war, wissen nur wenige; und die schweigen wie ein Grab. Aber es könnte so gewesen sein: Nach Abschaffung der Todesstrafe in der DDR soll die Staatssicherheit Gegner des Regimes wie Jürgen Fuchs oder Rudolf Bahro auf „schleichende“ Weise beseitigt haben. Der Plan war perfide: Man ließ sie unmotiviert und oft fotografieren. Dabei sind sie angeblich von einem verborgenen, manipulierten Röntgengerät verstrahlt worden. Die Dissidenten, so der Vorwurf, sollten Krebs bekommen. Tatsächlich ist im StasiUntersuchungsgefängnis in Gera ein derartiger Apparat gefunden worden. Ob sich die Mitarbeiter der Stasi auch dieses Verbrechens schuldig gemacht haben, lässt der Film „Zeit der Rache“ offen. Das Drehbuch von Norbert Eberlein gehe ausdrücklich nicht über den aktuellen Stand der Erkenntnisse hinaus, betont Regisseur Friedemann Fromm.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Katja (Julia Jäger), Tochter eines Mannes, der als „staatlich anerkannter Staatsfeind“ nie Zeit für seine Tochter hatte. Vor Jahren hat sie mit dem Vater gebrochen. Kaum ist sie im Krankenhaus eingetroffen, stirbt er. Todesursache: Krebs. Im Versuch, sich wenigstens im Nachhinein mit dem Vater zu versöhnen, beginnt die Medizinjournalistin zu recherchieren – und stößt bald auf einen vermutlich Schuldigen am Tod des Vater, den Stasi-Generalmajor Gredler. Der Film, in den tragenden Rollen ausnahmlos mit ostdeutschen Schauspielern besetzt, will ein Thriller sein, die politische und historische Dimension des Themas wird nur gestreift. tpg

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