Medien : Kurzmeldungen

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ZU MEINEM ÄRGER

Herr Weissbrod, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Sehr geärgert habe ich ich mich darüber, dass der „Stern“ seine Titelgeschichte und vor allem das Titelmotiv einem psychopathischen Selbstdarsteller gewidmet hat. Das Porträt des „Menschenfressers“ auf dem Cover strotzt nur so vor Selbstüberschätzung und Menschenverachtung. Das Schlimmste: Diese Art der Präsentation fordert Trittbrettfahrer und Nachahmer geradezu heraus. So wird suggeriert: je ekelhafter das Verbrechen, umso plakativer die öffentliche Darstellung in den Medien. Das hat der „Stern“ und der „Stern“Leser nicht verdient.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Ich habe mich prima amüsiert über den Artikel „na so was“, das Interview mit und die Fotos von Alison Jackson in der aktuellen Ausgabe von „GQ“. Perfekter, glaubhafter und selbstverständlicher sind Lügen nie inszeniert worden, so Paparazzi-echt und mit soviel Charme. Promiverarsche mit Niveau – das kommt in Deutschland praktisch nicht vor. Kein Wunder, dass die Fotokünstlerin Britin ist. Großartig!

Uli Weissbrod, 50, ist Chefredakteur der Jugendzeitschrift „Bravo“.

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