Medien : Länderminister fordern Verbot von Killerspielen

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Die Innenminister der von der Union regierten Bundesländer Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Bayern fordern ein Verbot sogenannter Killerspiele. Solche Spiele für Computer oder Videokonsolen stumpften Kinder ab und erhöhten die Gefahr von Nachahmertaten, erklärten die Länderminister am Freitag in Wiesbaden. Sie beriefen sich auf eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) des ehemaligen niedersächsischen Justizministers Christian Pfeiffer (im ausführlichen Interview auf der Medienseite vom Sonntag). Pfeiffer kommt in der Studie zu dem Ergebnis, dass die Selbstkontrolle der Hersteller mit ihrer Altersklassifizierung völlig versagt hat: Jeder zweite Zehnjährige habe Erfahrung mit Spielen, die erst ab 16 oder 18 freigegeben seien, ein Drittel der 14- bis 15- Jährigen spiele sie fast täglich. Wirksam sei einzig eine Indizierung der Spiele durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Außer der Ergänzung des Strafgesetzbuchs schlagen die Minister eine Reform der Selbstkontrolle durch die Spieleindustrie sowie eine Stärkung der Medienkompetenz der Jugendlichen vor. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware nannte die Kritik der Minister unsachlich und bezweifelte die Seriosität von Pfeiffers Studie. Er verwies auf eine britische Untersuchung, nach der Computerspiele emotional weniger wirken als Filme. dpa/sag

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