Landlust : Immer mehr Zeitschriften als Apps

Aber auch Printtitel verzeichnen Auflagenplus. Die deutschen Zeitschriftenverleger gehen in die Offensive.

Die deutschen Zeitschriftenverleger gehen in die Offensive. Blickten viele von ihnen vor nicht allzu langer Zeit sorgenvoll auf die digitalen Herausforderungen, nutzen sie inzwischen die Chance, sich neue Verbreitungswege für ihre Inhalte zu erschließen. So hat sich innerhalb der vergangenen neun Monate die Zahl der von Verlagen angebotenen Bezahl-Apps vervierfacht, wie eine Umfrage des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zeigt.

Doch nicht nur im digitalen Bereich entwickelt sich die Branche positiv, gab der Verband bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Berlin bekannt. 55 neue Printtitel sind im vergangenen Jahr neu auf den Markt gekommen. „Insbesondere Magazine rund um die Lust am Land, aber auch Kinder- und Jugendzeitschriften boomen“, sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner. Auch die monatlich erscheinenden Frauenzeitschriften hätte ihre Auflage steigern können.

Insgesamt haben sich die Verlage von der Krise 2008 gut erholt. 2011 steigerten sie erneut ihren Umsatz, um 1,4 Prozent auf sieben Milliarden Euro. Für das kommende Jahr erwartet der VDZ allerdings ein etwas schwächeres Wachstum.

Fürstner forderte von der Politik, faire Wettbewerbsregeln zu schaffen: „Die Marktmacht von Apple, Amazon, Facebook und Google ist mittlerweile so groß, dass in einigen Segmenten ein Marktversagen droht.“ Google entscheide mit seinem Quasi-Monopol als Suchmaschine allein, welche Angebote und auch redaktionellen Inhalte gefunden und als Erste angezeigt würden. Beherrsche eine Plattform aber den Markt, bedeute dies ein Risiko für die ökonomischen Märkte und die Meinungsvielfalt. sop

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben