Medien : Langeweile im Stall

Barbara Nolte

2. „Das sind sie schon, die ersten Kandidaten: Mark und Nadine“, sagt Aleksandra Bechtel, „Mark ist Wollmützenfetischist. Mark, wie viele Wollmützen hast du denn?“ „Eine“, antwortet Mark. „Na, dann werden dir deine Fans vielleicht noch welche schenken … jetzt steigen Gabriella und Ulf aus dem Auto aus: Ulf ist Türsteher, aber ein ganz friedfertiger Kerl.“

Solche Kommentare kennt man, es ist diese typische „Big-Brother“-Tonlage. Aleksandra Bechtel hat ja auch bereits frühere „Big Brother“-Staffeln moderiert, damals zusammen mit Oliver Geissen. Geissen hat seitdem eine steile Karriere gemacht. Bechtel offenbar nicht. Und so steht sie jetzt alleine im Studio von „Big Brother IV – the Battle“. Denn „Big Brother“ ist schon lange kein Erfolgsformat mehr. Es ist eher ein Experiment, an das sich ein kleiner Sender wie RTL 2 noch mal wagt. Neue Regeln sollen die Sendung spannender machen: „Big Brother IV“ wird eine Mischung aus Container-Fernsehen und „Spiel ohne Grenzen“. Das Haus ist geteilt: Die eine Hälfte hat den Komfort eines Luxusappartements, die andere den eines Stalles. Die Kandidaten müssen Wettkämpfe austragen. Wer verliert, muss in den Stall.

Am Montag war von dieser Spannung noch nicht viel zu merken. Prominente machen die Spielregeln vor, Oli P. und der Boxer René Weller haben in der Nacht zuvor im Heu geschlafen. Nach einer Stunde kommen dann die Kandidaten. Sie inspizieren das Haus, man hört nur Gemurmel: „Ist die Dusche“… „die Dusche, oje“… „und das Klo“… „nee, ein Dixieklo ist das nicht“. Anschließend müssen alle acht einzeln ins Besprechungszimmer, wo Aleksandra Bechtel sie ausfragt. Das zieht sich alles endlos hin. Einziger Trost: Bei „Big Brother“ war der Anfang schon immer langweilig. Das Format entfaltet seine Faszination erst mit der Zeit.

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