Medien : Larry King: "Ich sehe nicht gerne Talkshows"

Mister King[ist Larry King Ihr richtiger Name?]

Mister King, ist Larry King Ihr richtiger Name?

Mein Geburtsname ist "Larry Zeiger". 1960 wurde dieser Name legal in "Larry King" geändert.

Wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Ich arbeitete Nachtschichten bei einem lokalen Radiosender in Miami, als sich der Deejay eines Abends krank meldete. Mein Chef sagte zu mir: "Das ist Dein Auftritt", der Rest ist Geschichte ...

Was war der beste Ratschlag, den Sie für Ihren Job jemals bekommen haben?

Die Radio- und Fernsehlegende Arthur Godfrey sagte einmal zu mir: "Das einzige Geheimnis am Fernsehen ist, dass es kein Geheimnis gibt - sei einfach Du selbst."

Die größte Herausforderung für einen Talkmaster?

Fair und objektiv zu bleiben, für jedes Interview, jeden Tag.

Ihr Outfit aus breiten Hosenträgern und schwerer Brille erinnern verdammt an einen Buchhalter.

Ich trage gern Hosenträger, weil ich finde, sie stehen mir gut - meine Brille brauche ich zum Sehen. Als Buchhaltertyp sehe ich mich eigentlich nie - ich fühle mich einfach wohl in meinem Outfit.

Sie haben während der US-Präsidentschaftswahlkämpfe 1992 und 1996 mit Ihren Interviews großen Einfluss ausgeübt. Denken Sie, dass Ihre Gespräche mit den aktuellen Kandidaten für diese Wahl von ähnlich großer Bedeutung sein werden?

Ich bin davon überzeugt, dass meine Sendung auch dieses Mal den Verlauf des Wahlkampfs beeinflusst hat. In dieser Wahlperiode hatten wir alle "Key Players" samt Ehefrauen zu Gast: Al Gore, George W. Bush, Dick Cheney, Joe Lieberman. Das hatte ohne Zweifel seine Wirkung in der Öffentlichkeit.

Haben Sie einen Lieblingskandidaten bei diesen Wahlen?

Als objektiver Journalist äußere ich mich nicht zu meinen politischen Präferenzen.

Kommen wir zurück zu Ihrer Profession, der Talkshow: Wer ist denn Ihr Favorit unter den anderen Moderatoren?

Ich sehe privat nicht gerne Talkshows, aber ich bin ein absoluter Fan von Mike Wallace, der die Show "60 Minutes" moderiert.

Wer war bisher Ihr Lieblingsgast?

Ich hatte eine Menge großartiger Gäste, aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, wäre das Frank Sinatra - wegen seiner beeindruckenden Offenheit.

Welche Qualitäten muss ein perfekter Gast haben?

Leidenschaft, Humor, Ehrlichkeit und viel Temperament.

Werden die Gäste vor einem Interview auf ihre "Larry King Tauglichkeit" geprüft?

Meine Produzenten sprechen natürlich im Vorfeld der Show mit jedem Gast, aber das Beste an "Larry King Live" ist schließlich, dass die Show live ist. Nichts ist vorhersehbar.

Welcher Gesprächspartner entpuppte sich als Ihr größter Alptraum?

Robert Mitchum - er antwortete mir durchgängig immer nur mit einem Wort.

Gibt es jemanden, bei dem Sie sich weigern würden, ihn zu interviewen?

Mir fällt jetzt keine konkrete Person ein, die ich nennen könnte. Allerdings hätte ich ungern Mitglieder von "Hass-Gruppen" bei mir zu Gast.

Bedenken Sie bei der Produktion und Aufnahme Ihrer Show, dass Ihnen ein internationales Publikum zusieht?

Selbstverständlich. Unsere internationalen Zuschauer sind besonders wichtig für uns - tatsächlich erreicht meine Sendung 212 Länder der Welt. Das tollste Erlebnis hatte ich in Johannesburg, Südafrika, als ich plötzlich von unzähligen Menschen umringt wurde, die mich alle erkannten.

Wann sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?

Ich hatte 15 großartige Jahre bei CNN. Während dieser Zeit habe ich jeden lebenden Präsidenten interviewt, den Dalai Lama, Nelson Mandela, Madonna, Al Pacino, Michael Gorbatschow und viele mehr. Diese Vielfalt an Persönlichkeiten macht die Qualität und den Erfolg meiner Sendung aus.

Ganz ehrlich, Mister King, wann haben Sie das letzte mal Ihre eigene Sendung gesehen?

Meine Show ist live; daher verfolge ich sie jeden Abend, während sie läuft. Außerdem werden während der Nacht jeweils noch zwei Wiederholungen ausgestrahlt.

Wen bewundern Sie am meisten?

Meine Ehefrau Shawn.

Wird die Sendung "Larry King Live" auf natürlichem oder unnatürlichem Wege enden?

Ich hoffe doch auf natürlichem.

Wenn Larry King bei Ihnen zu Gast wäre, was würden Sie ihn fragen?

"Woher haben Sie Ihre unersättliche Neugier?"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben