Medien : „Le Monde“ unter neuer Kontrolle Drei Investoren geben rund 110 Millionen Euro

Das Zittern um das französische Nationalheiligtum „Le Monde“ hat vorerst ein Ende. Mit einer Finanzspritze von rund 110 Millionen Euro retten drei Investoren die angesehenste Tageszeitung des Landes vor dem drohenden Insolvenzverfahren. Für die Journalisten des Traditionsblattes markiert der Schritt jedoch nicht nur die Rettung vor der Pleite. Sie übten über eine Redakteursgesellschaft und deren Partner bislang die Macht im Unternehmen aus. Die geht nun an den linken Kulturmäzen Pierre Bergé (79) und zwei seiner Partner. Bergé war langjähriger Lebensgefährte des 2008 gestorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent und Förderer der Sozialistin Ségolène Royal.

Von einer feindlichen Übernahme will jedoch niemand sprechen. Bergé, der mit dem Bankier Matthieu Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Xavier Niel, antritt, will den Redakteuren ihre Freiheiten garantieren. „Die Rekapitalisierung bewahrt die Unabhängigkeit der Gruppe und ermöglicht es ihr, sich weiterzuentwickeln“, sagte Monde-Chef Eric Fottorino am Mittwoch. Die verkaufte Auflage in Frankreich sank zwischen 2005 und 2009 trotz vieler Neuerungen von 321 000 auf 288 000 Exemplare. Auch der regierungsnahe „Figaro“ (zuletzt 315 000 Exemplare) verlor. Und „Le Parisien“ steht für 200 Millionen Euro sogar zum Verkauf. dpa

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