Medien : "Life & Style": Die Zeitschrift wird ausgemustert

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Die Zeitschrift "Life & Style" des Hamburger Verlages Gruner + Jahr wird eingestellt. Der Vorstand begründete den Schritt mit der "fehlenden wirtschaftlichen Perspektive" des Blattes. Der Ableger des Leute-Blattes "Gala" war erstmals am 10. März 1999 erschienen und sofort ins Gerede gekommen. Am gleichen Tag brachte nämlich auch der Münchener Burda-Verlag eine neue Zeitschrift auf den Markt: "InStyle", ein Ableger der "Bunten". Burda warf Gruner + Jahr vor, das Logo von "InStyle" abgekupfert zu haben. Daraufhin kam es zu einer juristischen Auseinandersetzung der beiden Verlage, aus der Burda als Sieger hervorging. Das Logo von "Life & Style" wurde als Plagiat bezeichnet und musste auf richterlichen Beschluss geändert werden.

Doch nicht nur das Logo sorgte für Diskussion. Gruner + Jahr musste sich vorwerfen lassen, auch konzeptionell nur mit einem "Schnellschuss" auf die Konkurrenz aus dem Burda-Verlag reagiert zu haben. Die Auflagen jedenfalls gaben Burda recht: Während "InStyle" im vierten Quartal rund 196 000 Hefte verkaufte, musste sich "Life & Style", das mit zehn Ausgaben pro Jahr erschien, mit knapp 103 000 verkauften Zeitschriften zufrieden geben.

Einen letzten Versuch, das Blatt zu retten, startete Gruner + Jahr erst vor kurzem mit dem Engagement von Lisa Feldmann, ehemalige Chefredakteurin von "Cosmopolitan" und zuletzt beim "SZ-Magazin" tätig. Sie sollte noch einmal ein neues Konzept für "Life & Style" entwickeln. Doch eine echte Chance hatte sie nie. Und jetzt schon gar nicht mehr. Die Themen von Life & Style sollen zukünftig wieder verstärkt in der "Gala" behandelt werden.

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