Liga-TV : Kommt jetzt die kleine "Sportschau“?

Die Deutsche Fußball Liga sucht weiter nach neuen Lösungen für die zukünftige TV-Vermarktung der Bundesliga. Im Liga-Vorstand soll nach Medienberichten über die Möglichkeit einer "Mini-Sportschau“ am Samstag diskutiert werden.

Nach den neuen Plänen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) würde die Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV) vor 20 Uhr mit einer Gesamtlänge von nur noch 20 bis 30 Minuten angeboten. Derzeit berichtet die ARD-„Sportschau“ samstags knapp 90 Minuten über sechs Bundesliga-Partien.

Ab der Saison 2009/2010 sieht der Spielplan nur fünf Samstagsbegegnungen vor. Die Verknappung des TV-Angebots würde formal die jüngsten Bedingungen des Kartellamts erfüllen („Zusammenfassung vor 20 Uhr im Free TV“), könnte aber für den Pay-TV-Anbieter Premiere ein Anreiz sein, mehr als derzeit rund 240 Millionen Euro pro Saison zu zahlen. „Das Kartellamt hat nicht gesagt, in welcher Länge vor 20 Uhr die Bundesliga übertragen werden soll“, lässt sich Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender von Bayern München, zitieren. Außerdem wäre das Format für Privatsender interessant. Derzeit zahlt die ARD rund 100 Millionen Euro pro Saison. Der Wert der Rechte könnte sich mindern, wenn nur fünf statt sechs Spiele im Korb sind. Bei dem Modell wären RTL oder Sat 1 potenzielle Mitbieter. Sat 1 hat für 2009 eine Fußball-Offensive angekündigt und bereits umfangreiche Rechte an der Champions League und am Uefa-Cup erworben. Dafür hatte RTL kein Angebot abgegeben. Das könnte ein Indiz sein, dass auch der Kölner Sender noch die Bundesliga im Blick hat.

Der ins Auge gefasste Drei-Milliarden-Euro-Vertrag der DFL mit dem Kirch-Unternehmen Sirius droht jedenfalls zu platzen. Dem „Spiegel“ sagte Medienmanager Dieter Hahn, engster Vertrauter von Leo Kirch, dass es „unter den Einschränkungen, die das Kartellamt mit seiner ,Lex Sportschau‘ fordert“, keinen Wettbewerb mehr gebe. „Dann sind wir auch nicht mehr in der Lage, 500 Millionen zu garantieren.“ dpa/meh

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