Literaturnobelpreisträger : Günter Grass: "Facebook ist Scheißdreck"

Literaturnobelpreisträger Günter Grass meldet sich wieder zu Wort - diesmal mit einer heftigen Attacke gegen soziale Netzwerke wie Facebook. Auch zu Handys und Computern hat der Schriftsteller ein eher gespanntes Verhältnis.

Facebook? Scheißdreck! Findet jedenfalls Günter Grass.
Facebook? Scheißdreck! Findet jedenfalls Günter Grass.Foto: dpa

Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hält nichts von Facebook und anderen sozialen Netzwerken im Internet. Er wundere sich darüber, dass nach den Erkenntnissen aus der NSA-Affäre sich nicht Millionen Menschen von „Facebook und all dem Scheißdreck“ distanzierten, sagte 85-Jährige in einem Interview mit Cicero Online. „Die Vorstellung dauernd erreichbar zu sein, und wie ich mittlerweile weiß, dauernd überwacht zu werden, ist eine grauenhafte Vorstellung“, sagte Grass. Deshalb verzichte er auf ein Handy und habe in seiner Werkstatt auch keinen Computer.

Wenn er mit seinen Kindern oder Enkelkindern über Facebook spreche, versuche er, ihnen seine Meinung zu erklären. Die direkte Begegnung, auch mit einem Buch, könne durch Virtuelles nicht ersetzt werden. „Wenn jemand 500 Freunde hat, dann hat er keinen.“ Literatur lasse sich als Arbeitsvorgang nicht beschleunigen. „Wer es macht, macht es auf Kosten der Qualität“, sagt Günter Grass. Seine Manuskripte schreibe er noch per Hand. „Hinterher tippe ich sie in meine alte Olivetti-Reiseschreibmaschine“, ergänzte der Schriftsteller. Dabei komme er sich manchmal wie ein Dinosaurier vor, doch Literatur lasse sich als Arbeitsvorgang nicht beschleunigen. (tsp)

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