Medien : Lizenzwechsel

Der deutsche „Rolling Stone“ zieht nach München zu Springer

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Werner Kuhls war bis vor kurzem Herausgeber der deutschen Ausgabe des legendären, 1967 in den USA gegründeten „Rolling Stone“. Gerade ernannte Kuhls einen neuen Chefredakteur. Tatsächlich ist er gar nicht mehr im Besitz der Lizenz. Nicht alle in der Musikszene sagen Gutes über den ehemaligen Konzertveranstalter. Alan Bangs erzählte einmal, wie er als Moderator bei Kuhls’ „Rolling Stone Radio Show“ monatelang auf Geld warten musste, wie es fast zu einer Schlägerei zwischen beiden gekommen sei und wie Kuhls Mitarbeiter behandelt habe.

1994 hatten Kuhls, Bernd Gockel und Jörg Gulden die deutsche Ausgabe des „Rolling Stone“ im Hamburger DRS Verlag gestartet. Die Lizenz hatte ihnen Jan Wenner günstig überlassen. Vor wenigen Wochen kam es zur Trennung: Erst kündigte Chefredakteur Gockel und gab seine Verlagsanteile zurück. Das ermöglichte dem Lizenzgeber, eine Ausstiegsklausel anzuwenden. Lizenzinhaber des deutschen „Rolling Stone“ ist nun die Springer-Tochter AS Young Mediahouse, in der „Yam“, „Popcorn“, „Mädchen“, „Musik-Express“ und „Metal Hammer“ erscheinen. Chefredakteur wird erneut Gockel, 52, ansonsten steht es den bisherigen Redakteuren frei, sich bei Springer zu bewerben. Allerdings wird die Redaktion künftig in München sitzen. Der erste Springer-„Rolling-Stone“ erscheint Anfang Oktober. Den Deal eingefädelt hat Moritz von Laffert, Geschäftsführer von AS Young Media. Erst vor vier Wochen hatte er sich bei Wenner gemeldet, auf der Popkomm wurde er mit Gockel einig. Am redaktionellen Konzept soll sich nichts ändern, sagt von Laffert, allerdings soll mehr Marketing betrieben werden. usi

Alan Bangs über Werner Kuhls:

www.rockpalast.de/club/

interview_alan.html

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