Medien : „Loser Generated Content“ erregt die Blogosphäre

„Ausgerechnet ein ,stern‘-Redakteur spricht von Qualitätsjournalismus. Was kommt als Nächstes? Kai Diekmann als Verfasser des neuen Pressekodex?“ fragt ein Leser des Internet-Blogs „Medienrauschen“, nachdem Hans-Ulrich Jörges die Blogosphäre gegen sich aufgebracht hatte. „Loser Generated Content“ hatte der „stern“-Kolumnist bei der Vorstellung des Buches „Die Alpha-Journalisten“ die von Internet-Nutzern selbst fabrizierten Inhalte – den User Generated Content – abfällig genannt. Noch derber fiel sein Rat aus, wie die etablierten Medien auf die Bürgerjournalisten reagieren sollten: „Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt“, zitierte Sprechblase.org aus der Veranstaltung. Auf den Blogger-Kanälen ist die Aufregung seither genauso groß wie zu den Zeiten, als Werbe-Ikone Jung van Matt die Blogosphäre als „Klowände des Internets“ titulierte. „Jörges Äußerung ist eine schlechte Kombination aus Ahnungslosigkeit und Angst, aber schließlich ist er dafür bekannt, dass er mit Lust Sachen sagt, die zu laut und polemisch sind“, meint Medienjournalist Stefan Niggemeier, der mit seinem Blog gerade den Grimme-Online-Award gewonnen hat. „Auch Zeitungen informieren den Leser nicht mehr besserwisserisch von oben herab, die Journalisten kommunizieren mit ihm auf einer Augenhöhe. Der traditionellen journalistischen Cliquenwirtschaft tut das sogar ganz gut“, sagt Mercedes Bunz, Mitgründerin des Magazins De:bug und Chefredakteurin von Tagesspiegel.de. sag

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