Medien : Männlich, 41 Jahre, feste Beziehung Studie über Journalisten in Deutschland

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Der deutsche Journalist ist im statistischen Durchschnitt ein 41 Jahre alter Mann, der aus der Mittelschicht stammt, einen Hochschulabschluss hat, bei der Presse arbeitet und in einer festen Beziehung lebt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Journalismus in Deutschland“, die von den Instituten für Journalistik und Kommunikation der Universitäten Hamburg und Münster erarbeitet wurde. Danach ist die Zahl der hauptberuflichen Journalisten in Deutschland in den vergangenen zwölf Jahren um fast 5000 gesunken, während die Zahl der Blätter und TVProgramme gestiegen ist.

Von den gut 48 000 hauptberuflichen Journalisten sind fast drei Viertel (74,7 Prozent) fest angestellt. Der Anteil der „Freien“ ist seit 1993 von 33,5 auf 25,3 Prozent gesunken. Neben den klassischen Ressorts wie Politik, Wirtschaft, Lokales, Sport und Kultur hat sich die journalistische Landschaft weiter ausdifferenziert. Sie schließt heute Fachbereiche wie Ernährung, Garten, Küche, Natur, Sex, Tourismus oder Hobby ein.

Der Anteil der Frauen ist von 31,0 auf 37,3 Prozent gestiegen, doch in Führungspositionen sind sie nach wie vor unterrepräsentiert. „Die Wirklichkeit des Journalismus wird weiterhin von Männern dominiert“, heißt es in der Studie.

Das berufliche Selbstverständnis hat sich seit 1993 wenig geändert. Nach wie vor fühlt sich die große Mehrheit den Standards des Informationsjournalismus verpflichtet. Auf unter 20 Prozent gesunken ist der Anteil der Journalisten, die ihre eigenen Ansichten präsentieren wollen. Nur jeder siebte Journalist will die politische Tagesordnung beeinflussen.

Unter den Medien haben sich seit 1993 erhebliche Verschiebungen ergeben. So stieg die Zahl der Journalisten, die für das Fernsehen arbeiten, von 8,3 auf 14,9 Prozent, die der Hörfunkmitarbeiter von 11,7 auf 16,6 Prozent und die der Zeitschriftenjournalisten von 14,6 auf 19,5 Prozent. Rückläufig waren die Anteile der Zeitungen (von 46,5 auf 35,4 Prozent), der Anzeigenblätter (von 11,3 auf 5,8 Prozent) und der Agenturen (von 6,3 auf 2,6 Prozent). Der Anteil der Online-Journalisten liegt bei 4,8 Prozent. dpa

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