Magazin attackiert Boulevardblatt : "Spiegel": "Bild" spielt Rolle einer rechtspopulistischen Partei

28.02.2011 08:26 Uhrvon
Der aktuelle "Spiegel"-Titel. Screenshot: Tsp
Der aktuelle "Spiegel"-Titel. - Screenshot: Tsp

Kampagnen-Journalismus und Stimmungsmache wirft das Hamburger Magazin dem Boulevard-Blatt vor. Besonders in der Kritik: Die "Bild"-Unterstützung für Guttenberg. Der Springer-Verlag indes reagiert gelassen auf die Vorwüfe.

„Aus Rücksicht auf die bis zum vorvergangenen Wochenende in Iran inhaftierten ,Bild am Sonntag‘-Kollegen“, so schreibt der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe, habe man sich bis jetzt zurückgehalten. Länger wollte das Hamburger Magazin aber nicht mit seinem Titel „Bild. Die Brandstifter“ warten.

Den zehnseitigen Bericht, eine Generalabrechnung mit der Springer-Zeitung, begründet das Magazin damit, dass „Bild“ sich inzwischen als gesellschaftliche Mitte markiere. Tatsächlich spiele sie „die Rolle einer rechtspopulistischen Partei, die es in Deutschland noch nicht gibt“. Aktueller Anlass ist die Pro-Guttenberg-Kampagne von „Bild“, „ein verzweifelter Versuch, einem in der Kritik stehenden Minister beizustehen“, nachdem die Zeitung zuvor kein Hehl daraus gemacht habe, „wen sie gern und bald im Kanzleramt sehen möchte“.

In der „Spiegel“-Kritik stehen zwei Umfragen, die „Bild“ als „vorläufigen Höhepunkt der Kampagnenwoche“ in der Causa Guttenberg vorgenommen habe. Wie berichtet kam es zwischen der telefonischen Leserabstimmung und dem „Online-Plebiszit“ zu stark abweichenden Meinungsbildern. Während sich beim Tele-Voting 87 Prozent der Anrufer für einen Verbleib von Guttenberg im Amt aussprachen, forderte im Internet eine Mehrheit den Rücktritt.

Bei Springer bleibt man gelassen: „,Bild‘ ist eben Ansichtssache und der ,Spiegel‘ mag ,Bild‘ leider nicht. Das ist traurig, aber unter Konkurrenten auch nicht überraschend“, erklärte Verlagssprecher Tobias Fröhlich auf Nachfrage des Tagesspiegels.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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