Magazin : Promi fragt, Promi antwortet

Die deutsche Ausgabe von „Interview“ startet. Die Idee dazu hatte angeblich Supermodel Naomi Campbell.

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Foto: Promo
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Wenn ein Star einen anderen Star interviewen soll, dann ist die Gefahr groß, dass sich beide selbst beweihräuchern, nach Komplimenten fischen und am Ende nichts herauskommt als: heiße Luft. Das „Interview“-Magazin hat dieses Experiment gewagt. Vor 40 Jahren schon, als Künstler Andy Warhol das Heft in New York herausbrachte. Warhol fragte nicht, sondern plauderte mit Stars wie Michael Jackson, Truman Capote und Jerry Hall und oft kam in diesen Gesprächen viel Persönliches über den Promi heraus, in einigen Fällen vielleicht mehr, als hätte ein fremder Journalisten gefragt.

Ab dem heutigen Freitag liegt die deutsche Ausgabe des „Interview“-Magazins zum Preis von sechs Euro monatlich am Kiosk. Die Idee dazu hatte angeblich Supermodel Naomi Campbell, die mit dem Finanzier Wladislaw Doronin zusammen ist. Geschäftsführer aber ist der frühere Condé-Nast-Chef Bernd Runge als Geschäftsführer und Jörg Koch („032c“) als Chefredakteur.

Die Interviews von Promi zu Promi sind in ihrem Magazin mal mehr, mal weniger gelungen. Als Clint Eastwood mit Angelina Jolie über ihr Regiedebüt spricht und feststellt, dass sie gute Lehrmeister gehabt haben muss, bekommt er von Jolie zu hören, dass er einer davon gewesen sei. Spannender ist das Gespräch zwischen Schauspielerin Chloe Sevigny und Kim Gordon, der Bassistin von Sonic Youth, über das Gefühl, für ihren neuen Film einen Penis tragen zu müssen. Auch Journalisten dürfen fragen. Harald Peters trifft Sängerin Lana del Rey für die Covergeschichte, Arianna Huffington spricht mit Scarlett Johansson. Im Gegensatz zur 2009 eingestellten „Galore“ sind in „Interview“ auf 264 Seiten nicht nur Interviews zu finden, sondern auch Porträts, Mode- und Fotostrecken und damit eine Rundreise durch aktuelle Themen aus Film, Musik und Kunst. Dazu gibt es eine Beilage zur Geschichte von Warhols „Interview“. Darin ist nachzulesen, wie investigative Plauderei geht. Sonja Pohlmann

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