Medien : Maigret ermittelt

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Tom Peuckert verrät, was

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Als Autor von Groschenromanen hat er begonnen. Manchmal genügte ihm ein Nachmittag im Café für ein ganzes Buch, später schrieb er achtzig Manuskriptseiten pro Tag. Überliefert ist das Foto eines Monatskalenders mit dem Arbeitsplan für einen Maigret Roman. Sieben Tage sind markiert, genau eine Arbeitswoche. Das Werk, hieß es in einem Nachruf, steht da, als hätte es sich selbst geschrieben. García Márquez nannte ihn den wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Die Rede ist von Georges Simenon, der vor hundert Jahren im belgischen Liège zur Welt kam. Auch das Kulturradio feiert den Meister nun auf allen Kanälen. Mit Hörspieladaptionen seiner Romane und etlichen biografischen Sendungen. „Maigret und Pietr der Lette“ hieß 1930 der erste Roman. Ein Pariser Kommissar, der Regen und Häuslichkeit liebt, tritt in die Literaturgeschichte ein. Sein erster Widersacher, Pietr der Lette, ist ein Verbrecher mit zwei Gesichtern. Einerseits großbürgerliche Erscheinung, Familienmensch, Villenbesitzer. Andererseits ein zerlumpter Bettler mit einer Geliebten in der Vorstadt. Ein Mann mit Geheimnis. Maigret wird es zu deuten wissen (Radio 88.acht, 9. Februar, 22 Uhr, UKW 88,8 MHz).

Auch jener Mörder, der stets von einem gelben Hund begleitet wird, hat gegen Maigrets Scharfsinn keine Chance. Bis zu seiner Überführung vergehen für etliche Honoratioren der Stadt allerdings bange Tage. Was sie reichlich verdient haben, wie das Hörspiel „Maigret und der gelbe Hund“ offenbart (SWR 2, 8. Februar, 23 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

Die Gedanken des Kommissars, passionierte Leser wissen das, entfalten sich am besten in einer Schenke vor einem Glas Bier. Stundenlang kann er da hocken und auf den Heureka-Moment warten. „Maigret und die Groschenschenke“ hieß folglich ein Krimi in den Fünfzigern. In einem heruntergekommenen Ausflugslokal an der Seine wurde vor Jahren eine Leiche ins Wasser geworfen. Aber niemals wurde danach ein Mensch gesucht oder ein Verbrechen bekannt. Bis Maigret anlässlich eines neuen Mordes tiefere Zusammenhänge zu ahnen beginnt (Deutschlandfunk, 15. Februar, 0 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

„Maigret und der Fall Simenon“ heißt Alfred Marquarts biografisches Feature zum Thema (SWR 2, 9. Februar, 18 Uhr 30). Und Jörg Becker porträtiert Simenon als moralischen Skeptiker: „Ich glaube an den Menschen, obwohl…“ (Deutschlandradio, 13. Februar, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

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