Medien : Mainzer Lösung

ZDF-Verwaltungsrat verschiebt Wahl eines neuen Programmchefs

Joachim Huber

Das ZDF hat am Freitag keinen neuen Programmdirektor bekommen. Intendant Markus Schächter hatte dem Gremium keinen Kandidaten vorgeschlagen. Der ZDF-Chef hatte erkennen müssen, dass in dem parteipolitisch paralysierten Gremium aus SPD- und konservativen Parteigängern die notwendige Drei-Fünftel-Mehrheit nicht zu erringen war. Eine Niederlage wollte Schächter, dessen Favorit der kommissarische Programmdirektor Hans Janke war, nicht riskieren. Wie es im Mainzer Fernsehsender mittlerweile schlechter Brauch ist, wurde die Personalentscheidung verschoben, auf die nächste Sitzung am 8. November. Für diesen Termin verbreitete Schächter bereits große Zuversicht.

Damit die Pleite, wieder eine ZDF-Spitzenposition in der Vakanz zu halten, kaschiert wird, verabredeten Gremium und Intendant folgende Sprachregelung: Mit der Wahl von Helmut Reitze zum Intendant des Hessischen Rundfunks sei eine neue und sehr gründlich zu bedenkende Situation eingetreten: Wer soll auf dessen Stelle als stellvertretender ZDF-Chefredakteur und Leiter der Hauptredaktion Akuelles nachrücken? Diese Personalie soll jetzt mit der Frage des Programmdirektors und weiteren Neubesetzungen im Sender verbunden werden. So scheidet Wolfgang von Lojewski Ende des Jahres als Redaktionsleiter und Moderator des „heute-journals“ aus, verlässt Michael Jungbluth die Hauptredaktion Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik.

All diese Personalien soll Intendant Markus Schächter zu einem Paket schnüren, das die Parteipolitiker im Verwaltungsrat zufriedenstellt. Was das alles mit dem drängendsten Problem des Senders, seinem Fernsehprogramm zu tun hat? Fragen Sie Schächter und die Räte.

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