Medien : Mallorca ist schuld

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Eine der wichtigen Fragen der "Harald Schmidt Show" zurzeit ist, ob die Haare von Bela Rethy gefärbt sind. Am vergangenen Samstag hätte man das gerne im Fernsehen beobachtet. Eigentlich sollte der ZDF-Sportreporter da einen großen Auftritt haben. Rethy flog um die halbe Welt nach Südkorea, um von der Auslosung der WM-Endrundengruppen zu berichten. Den Trip nach Busan hätte er sich sparen können. Zu sehen war Rethy nicht. Stattdessen kommentierte sein Chef Wolf-Dieter Poschmann die Auslosung aus Mainz.

Ein "Skandal" ("Bild am Sonntag") ist es nicht gerade, aber peinlich, wie blauäugig das ZDF an diese Übertragung herangegangen ist. Die Mainzer durften keine Live-Bilder bringen, weil eine 60-Millionen-Schadenersatzklage der spanischen Telefongesellschaft Telefonica gegen das ZDF im Raum stand. Grund: Die Bilder konnten für Deutschland nicht verschlüsselt ausgestrahlt werden. Sie wären somit auf den Balearen und auf den Kanarischen Inseln zu empfangen gewesen. Das konnte Telefonica als Inhaber der spanischen TV-Rechte an der WM-Auslosung nicht hinnehmen.

Jetzt fürchten viele, dass das Ganze ein Vorgeschmack auf die kommende WM in Südkorea und Japan gewesen sein könnte. Wegen der Pay-TV-Rechte sind die jeweiligen Sendelizenzen an Ländergrenzen gebunden. Bis zum Sommer müssen ARD und ZDF die technischen Voraussetzungen schaffen, ihr WM-Programm bei Live-Spielen verschlüsselt auszustrahlen. "Wir werden das Problem lösen", sagte ZDF-Sprecher Philipp Baum am Sonntag. Das dürfte Bela Rethy freuen. Vielleicht ist die Haarfrage bis zum Sommer auch geklärt.

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