Medien : Manni gibt auf

Winfried Schafmeister letztmals als Wilsberg-Freund

Bernd Rasche

Auch in der neuen Folge der Wilsberg-Krimireihe zeigt die Kriminalität in der westfälischen Metropole Münster mit ihren gediegenen Kaufmannshäusern gutbürgerlichen Stil. Die Serie steht für gehobenen Kammerspielcharakter mit einer guten Portion Spannung. Privatdetektiv und Antiquariatsbesitzer Georg Wilsberg (Leonhard Lansink) hat zumindest die Polizei dieses Mal völlig im Griff – sie kommt erst zum Zuge, nachdem er den Tod des Baudezernatleiters im überschaubaren Universitätsstädtchen Münster ganz allein aufgeklärt hat. Der Alleingang ist auch nötig, denn sein Busenfreund Manni (Winfried Schafmeister), Mitarbeiter der Baubehörde, hat es zeitgleich mit dem Todesfall voll erwischt: in der Liebe. Die gleichermaßen attraktive und zwielichtige Sylvia (Kathrin Kühnel) verdreht ihm den Kopf, „mit großem Orchester“, wie er selbst bekennt. Doch so ganz nebenbei verwickelt sie ihn gleich mit in dunkle Machenschaften. Bald mischen sich in dem intelligent gemachten Drehbuch schiefe Töne in die Musik der Liebe.

Wilsberg zweifelt an der Seriosität von Mannis Flamme und der immer etwas naive Freund stolpert prompt mitten in einen Fall von Baubestechung hinein: die Witwe des Toten (Monica Bleibtreu) glaubt nicht an einen Selbstmord ihres Gatten auf den Gleisen und Wilsberg hat einen neuen Fall. Pikant ist, dass ausgerechnet Freund Manni in der Stadtverwaltung den Posten des ermordeten und einflussreichen Dezernatleiters übernehmen soll. Das macht den Fall für den schrulligen Detektiv kompliziert, da sich zwischen ihm und Manni nun Privates und Berufliches im vertraulichen Münster auf unheilvolle Weise vermischen.

Dennoch – auch in dieser Folge kommt die Komik nicht zu kurz. Für den Krimi-Schriftsteller und Wilsberg-Erfinder Jürgen Kehrer ist gerade das ein Markenzeichen: „Die Verbrechen werden durchaus ernst genommen, aber mit Ironie und gelegentlichem Augenzwinkern erzählt. Das unterscheidet die Wilsberg-Reihe von vielen anderen Krimireihen in ARD und ZDF.“

Es gibt allerdings einen Wermutstropfen für alle Wilsberg-Fans: Winfried Schafmeister wird nach den Sendeterminen im Frühjahr 2005 die Serie verlassen, da er für neue Angebote offen sein will. Der langen privaten Freundschaft zwischen ihm und Lansink tut dies keinen Abbruch. Ob es dann bald einen neuen Freund für Wilsberg geben wird, darüber schweigt sich die Produktionsfirma aber noch aus.

„Wilsberg – Tödliche Freundschaft“, ZDF, 20 Uhr 15

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