Medien : Marathon-Läufer im Sprint

„heute“-Premiere für Steffen Seibert

Jutta Heess

„Morgen kann ich leider auch nicht, ich weiß, das klingt jetzt blöd. Ich rufe Sie am Samstag an.“ Freundlich ist er, kann man nicht anders sagen. Und das bisschen Understatement macht ihn auch gleich sympathisch. Ob Steffen Seibert nicht bloß nett ist, sondern auch die ZDF-Nachrichten anständig präsentieren kann, wird sich heute Abend zeigen. Der 42-Jährige moderiert von heute an im Wechsel mit Petra Gerster „heute“.

Das neue Gesicht um 19 Uhr ist für den ZDF-Zuschauer ein bekanntes – vorausgesetzt, er kennt das Morgenmagazin, „Hallo Deutschland“ und die „ZDF.reporter“. Und hat den 11. September 2001 im Zweiten verbracht: Da führte Seibert sechs Stunden durch die Sendung. Schließlich sind da noch die Wahlabende, bei denen er souverän mit bunten Kuchenstücken und Säulen jongliert.

Und nun „heute“. Ein bisschen wehmütig ist Steffen Seibert schon mit Blick auf sein Reportagemagazin, das er leitete und moderierte. „Was nicht heißt, dass ich nicht große Lust auf ,heute’ habe“, ergänzt er. Er schwärmt noch ein bisschen von der „großen Ausführlichkeit“ bei „ZDF.reporter“, von den Zwölf-Minütern. „Jetzt gehe ich in die Welt von 1’30, das ist, wie wenn ein Marathon-Läufer für den Sprint trainiert. Mit Seibert soll ein Weg beschritten werden, der unter Klaus-Peter Siegloch eingeschlagen worden ist: Mehr Schaltgespräche, mehr Live-Moderationen. Zu weiteren Absichtserklärungen ist der Anchorman nicht zu bewegen. So bescheiden alles begann, so endet es auch: „Eine Nachrichtensendung guckt sich keiner wegen des Moderators an, der Moderator ist der Diener der Nachrichten und hat nicht seine eigene Personality-Show."

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