Marktanalyse : Dschungelfernsehen gegen Couchgeplauder

Der Samstagabend: "Wetten-Dass" schlägt "Ekel-TV" nach Zuschauerzahlen. Doch langsam nimmt die Popularität des Plauderbarden Gottschalk ab.

Couchgeflüster
Thomas Gotschalk trägt nie Schlips. Mario Adorf und Ben Becker zeigten am Samstagabend wie man Krawatten schnürt. -Foto: ddp

Der frühere Bro’Sis-Sänger Ross Antony ist Dschungelkönig. Die RTL-Zuschauer kürten den 33-Jährigen am Samstagabend zum Gewinner der dritten Staffel von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“. Antony setzte sich nach 16 Tagen im Camp gegen die frühere Pornodarstellerin Michaela Schaffrath und Bata Ilic durch.

„Ich bin sprachlos vor Glück und wahnsinnig erleichtert, dass ich das erreicht habe“, sagte Antony, der Würmer, Grashüpfer, ein angebrütetes Truthahnei, Känguruanus und Krokodilpenis verspeisen musste, dabei begleitend kommentiert von Sonja Zietlow und Dirk Bach. Die einen würden dem Moderatorenpaar sagen: menschenverachtend. Man könnte aber auch meinen: erstaunlich subtil im Rahmen des sogenannten „Scheiß-Privatfernsehens“ (CDU-Politiker Günther Oettinger).

RTL bescherte der Samstagabend jedenfalls Rekordquoten: Ab 21 Uhr 30 schalteten im Schnitt 6,44 Millionen Zuschauer die Dschungelshow ein. Das entsprach einem Marktanteil von 22,2 Prozent. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte RTL 36 Prozent. Die erste Staffel 2004 sahen durchschnittlich 6,98 Millionen Zuschauer, die zweite Anfang 2005 5,46 Millionen. Trotz vermehrter Kritik gegen das „Ekel-TV“ soll die nächste Staffel im Visier sein.

Altmeister Thomas Gottschalk zog derweil mit einer mäßigen Ausgabe von „Wetten, dass…?“ das meiste Publikum in seinen Bann. Allerdings waren nur 10,46 Millionen Menschen für den Mix aus Stars (Sylvester Stallone, Udo Jürgens, Mario Adorf) und Skurrilitäten zu begeistern, ein Marktanteil von 33 Prozent. Im Schnitt kann die ZDF-Show sonst 13 Millionen abholen. Auch Pro-7-Moderator Stefan Raab, Gottschalks unterhaltsamster Gast, der sich Wasser über den Kopf goss, konnte nicht verhindern, dass jüngere Zuschauer das „Dschungelcamp“ vorzogen. (ml/meh/dpa)

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