MARKTFÜHRER RTL : Advent, Advent, die ARD brennt

Ein Kommentar von Joachim Huber über die schwachen TV-Quoten von ARD und ZDF und die Stärke von RTL

Der Montag ist immer der deprimierendste Tag. Es ist der Tag, an dem RTL der gesamten Konkurrenz zeigt, wo der Quotenhammer hängt. Erst räumt der Klassiker „Wer wird Millionär?“ ab, dann folgt die private Variante von „Aktenzeichen XY...ungelöst“, sprich die TV-Suchaktion „Bauer sucht Frau“. Was der Zuschauer kennt, das frisst er auch: Unter acht Millionen Zuschauer geht Inka Bause mit Ziegenwilli und Bollerwagen nicht vom Hof. „Der Schuldnerberater“ oder die Serien am Dienstag oder „Das Supertalent“, da mag ein jeder sein Kulturköpfchen bedenklich wiegeln, diese Tatsache steht: Dem kommerziellen Sender RTL gelingt es, über die Konjunkturkrise und den schwächelnden Werbeerlöse hinweg ein Programm zu stemmen, das ein stets wachsendes Publikum findet.

Der November war der dritte Rekordmonat in Folge, RTL erreicht aktuell einen Marktanteil von 13,9 Prozent, es geht streng auf die Marktführerschaft im Jahr 2009 zu. Krisenzeiten sind Zeiten für Eskapismus via TV? Mag sein, aber Sat 1 und ProSieben machen den Aufschwung von RTL nicht mit.

ARD und ZDF, gebührenfinanziert und bei den Einnahmen unabhängig von jeder wirtschaftlichen Realität, können mit RTL nicht Schritt halten. Das Erste verliert, die Dritten verlieren, das ZDF verliert. Prompt haut die ARD eine Pressemeldung raus, wonach das Erste zwischen 20 und 23 Uhr das meistgesehene Programm sei. Stolz, weil ARD (und ZDF) im Wahljahr mit einer stattlichen Sonderprogrammierung ihren staatsbürgerlichen Pflichten nachkamen? Trost, weil 2009 kein Sportjahr mit Fußballevent und Olympia war?

Die überragenden Fußball- und Sportquoten sind gekaufte Quoten, bei allen Sendern. Ein Erfolg, der aus dem Portemonnaie kommt. Kommt es auf die Kreativität an, wird es mau bei ARD und ZDF, da wird 2009 zum Schwächeanfall. Mehr Transpiration als Inspiration.Eine, aber nur eine Initiative gab es: ZDFneo ersetzte ZDFdoku, und das in einem Moment, in dem der kommerzielle Nachrichtensender N 24 an der Klippe hängt. Der öffentlich-rechtliche Auftrag zur Grundversorgung – zur Information! – wuchert weiter zu. Als Antwort auf RTL & Co. wird das Plagiat eines kommerziellen Programms platziert. Schief, richtig schief.

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