Medien : Mathies meint: Die Brust schwimmt nicht mehr (Glosse)

Nur keine Angst vor der Zeitung: Manchmal tun wir auch nur so, als ob. Zum Beispiel, was die neue Rechtschreibung angeht. Es soll - keine Namen an dieser Stelle! - Kollegen geben, die alles nach alten Regeln runterschreiben und dann einfach per Computer-Befehl jedes Eszett nach kurzem Vokal in ein flottes ss ändern. Eine einfache Simulation für Anfänger: der Text sieht voll super aus und fällt fast nie als Fälschung auf. Dummerweise schaut gelegentlich ein Experte nach, diesmal im "Spiegel", dem Lieblingsobjekt unserer brancheninternen Schadenfreude; gefunden hat er in einer Ausgabe mehr als hundert Fehler, 25 nach der alten, 68 nach der neuen Rechtschreibung, der Rest war nicht einzuordnen. Das hätte noch viel schlimmer kommen können und dürfte anderswo, ähem, nicht anders sein. Wie auch? Niemand hat Zeit, minutenlang, Tschuldigung: Minuten lang in schlecht organisierten Wörterbüchern nach der Lösung zu fahnden. Bis jetzt sieht es so aus, als würden deshalb am Ende die Millionen Zweifelsfälle aussterben: Statt T(h)unfisch oder Känguru(h) gibt es eben Schweinebraten. Und statt des vermaledeiten Brustschwimmens (Brust schwimmens?) wird nur noch gekrault. Ist sowieso viel angenehmer.

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