Medien : Mausklick zum Haus

Verlage haben Immobilienbörsen im Internet überarbeitet

Kurt Sagatz

Wer heute eine Immobilie mieten oder vermieten, kaufen oder verkaufen will, wirft zumindest einen Blick ins Internet. Doch, so eine Untersuchung der Universität St. Gallen, würden Internet-Immobilienanzeigen anders genutzt als die für Autos oder Stellen. Die regionale Komponente sei hier immer noch sehr wichtig. Eine Erkenntnis, die sich die Portale Immowelt und Immonet zunutze machen. An beiden sind große deutsche Verlage beteiligt. Die Holtzbrinck-Verlagsgruppe, zu der auch der Tagesspiegel gehört, arbeitet bei der Immowelt mit der WAZ und dem Münchner Zeitungsverlag (Ippen) zusammen, Immonet hingegen ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Axel-Springer-Verlages und des Rings Deutscher Makler (RDM).

Bis August vergangenen Jahres hatten die Zeitungsverlage noch gemeinsam versucht, der Internet-Konkurrenz von Immobilienscout und Co. zu begegnen. Bis dann Meinungsverschiedenheiten zum Ende des Portals Versum führten. Seither ist einiges passiert.

Springer hat zuerst im Herbst 2002 die Immobilienangebote seiner Zeitungen gebündelt. Anfang Mai wurde nun die gemeinsame Datenbank von Springer und dem RDM gestartet. Die Immobilienangebote aus den Zeitungen und der dem RDM angeschlossenen Makler sind nun sowohl über die Immonet-Seite als auch über die Online-Auftritte der Zeitungen wie „Welt“, „Berliner Morgenpost“ oder „Hamburger Abendblatt“ zu erreichen. Die internationalen Objekte sind in die PropertyGate-Plattform integriert.

Auch Konkurrent Immowelt präsentiert sich seit Anfang Mai komplett neu aufgestellt. Nachdem zum Jahresanfang die WAZ-Gruppe sowie die Münchner Zeitungsgruppe des Verlegers Ippen hinzugekommen war, wurde das Konzept ebenfalls stark umgebaut. Zu den Besonderheiten dieses Angebots gehört, dass die ausführlichen Online-Inserate auf einfache Weise zu Zeitungsanzeigen umgestaltet werden können, wie Immowelt-Vorstand Ulrich Gros erläutert. Unkompliziert könne so die kurze Zeitungsanzeige um ein ausführliches, bebildertes Internet-Exposé ergänzt werden. Das Angebot an Immobilien umfasst derzeit rund 106 000 Miet- und Kaufobjekte. Als erste Zeitung wurde Anfang Mai der „Münchner Merkur“ an dieses System angeschlossen. Weitere Zeitungen wie der „Südkurier“, die „Saarbrücker Zeitung“, die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ sollen folgen. Das neue Angebot führt die Stärken der regionalen Zeitungen mit dem bundesweiten Online-Angebot von Immowelt und den daran angeschlossenen Maklern zusammen, sagt Gros. Durch die Verbindung der Online- mit der Offline-Welt rechnet sich Gros zudem gute Chancen aus, gegenüber dem Marktführer Immobilienscout Boden gutzumachen.

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