MDR-Dokuframa in Guido-Knopp-Machart : 13. März 1943: Attentat auf Hitler scheitert

Über 40 Attentate auf Adolf Hitler soll es gegeben haben. Eines davon am 13. März 1943. Eine MDR-Doku schildert die Umstände

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Holger Handtke spielt den Hitler-Attentäter Henning von Tresckow.
Holger Handtke spielt den Hitler-Attentäter Henning von Tresckow.Foto: MDR/Andreas Lander

In diesen Zeiten von Selbstmordattentaten fällt es beinahe schwer, das Scheitern eines Anschlags auf Adolf Hitler zu verstehen. Über 40 missglückte Versuche hat es wohl gegeben; darunter das Bombenattentat am 13. März 1943. Es ist heute kaum bekannt, denn – es passierte nichts. Die präparierte Zeitzünderbombe in Hitlers Flugzeug versagte in zu großer Kälte.

Es ist nicht ganz einfach, ein Nicht-Ereignis filmisch darzustellen. Autor und Regisseur Frank Gensthaler unternimmt es in dem 45-minütigen MDR-Dokudrama „Hitler. Ein Attentat und die Drahtzieher aus Magdeburg“. Die bewährte Guido-Knopp-Mischung kommt zum Tragen: ein Erzähler – Martin Brambach mit seiner sonoren Stimme –, mehrere Historiker, auch von der Bundeswehr, Quasi-Zeitzeugen – die vier Söhne des einen Attentäters –, zeitgenössisches Filmmaterial und natürlich Spielszenen.

Die Informationen in der Doku kommen von den Söhnen

Was sich schwer vermitteln lässt, ist die ethische Dimension des Attentatsversuchs, die Zeit bis zum Entschluss, das quälend lange Durchhalten, bis die vermeintliche Stunde gekommen ist. Die Schauspieler, die die Attentäter Henning von Tresckow und Fabian von Schlabrendorff verkörpern, Holger Handtke und Andreas Berg, haben in „Oh, mein Gott“ schon so ziemlich das Äußerste an Text zu meistern; die Informationen kommen von den Söhnen und Ausschnitten eines TV–Interviews mit Schlabrendorff aus dem Jahr 1980.

Worüber der Zuschauer staunt, ist die Unbekümmertheit, mit der die Offiziere sich verschwören konnten. Fiel niemandem auf, dass sie im Wald englische Sabotagemunition zündeten? 45 Minuten sind nicht lang, immerhin weiß Regisseur Gensthaler die Spannung gut zu steigern, bis – ja, bis eben der Anruf kommt, Hitler sei sicher gelandet. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 beging der gebürtige Magdeburger Tresckow Selbstmord. Schlabrendorff, geboren in Halle, geriet in die Hände der Gestapo, verriet niemanden und überlebte. Bernhard Schulz

„Hitler. Ein Attentat und die Drahtzieher aus Magdeburg“, MDR, Sonntag, 20 Uhr 15

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