Medien : MDR: Mit vollen Bezügen

Ralf Hübner

Der Verwaltungdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Rolf Markner, ist vom Dienst suspendiert worden. Die Sendeanstalt zog damit personelle Konsequenzen aus verlustreichen Devisenspekulationen, durch die der MDR in die Kritik geraten war. Durch Spekulationen mit einer hochverzinslichen Anleihe auf die ecuadorianische Währung Sucre waren dem MDR im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Mark Verlust entstanden. MDR-Intendant Udo Reiter gab als Grund für die Suspendierung an, dass Markner ihn und den Verwaltungsrat nicht über eine spezielle Prüfung der Finanzanlagen für 1999 informiert habe. Allerdings wird Markner, der 2001 ohnehin aus Altersgründen aus dem Sender ausgeschieden wäre, weiter auf der Gehaltsliste des MDR bleiben.

Reiter hatte die Finanzspekulationen des MDR mit Hinweis auf Erträge von 74,4 Millionen Mark aus Anlagen zunächst verteidigt, später allerdings von einer "einmaligen Fehlentscheidung" gesprochen, die sich nicht wiederholen werde. Nun sollen alle in Risikobereichen angelegten Gelder des Senders zum nächstmöglichen Termin in sichere Fonds umgeschichtet werden.

Die Debatte um die Finanzgeschäfte des MDR macht eine Ratifizierung des Rundfunkänderungsstaatsvertrages, der eine Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2001 um 3 Mark 33 vorsieht, in Sachsen immer unwahrscheinlicher. Wegen der geplanten Gebührenerhöhung standen Teile der CDU-Mehrheitsfraktion der gegen Jahresende geplanten Ratifizierung des Staatsvertrages ohnehin ablehnend gegenüber. Die CDU-Medienexpertin Veronika Bellmann sagte, ihre Fraktion werde über eine Gebührenerhöhung nicht eher entscheiden, bis alle Fakten über den MDR auf dem Tisch liegen. Es gehe nicht an, dass die Abgeordneten in den Haushaltsberatungen nach Umschichtungen für den Sozialbereich suchten, während andere mit öffentlichen Geldern Spielchen an der Börse trieben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben