Medien : Medaille mit NS-Seite

Weil die Auszeichnung jahrelang den Namen eines Mannes mit Nazi-Vergangenheit trug, hat die Südosteuropa-Gesellschaft einen Preis für Journalisten umbenannt. Die Rudolf-Vogel-Medaille heißt jetzt Journalistenpreis der Südosteuropa-Gesellschaft, wie deren Präsident Gernot Erler sagte. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ hatte berichtet, dass der diesjährige Preisträger der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) die Medaille nicht habe annehmen wollen, weil Vogel als Journalist NS-Propaganda verbreitet habe. Die Südosteuropa-Gesellschaft wird auch vom Auswärtigen Amt finanziert und verleiht die Medaille seit 1992. Erler, der Vize-Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag ist, sprach von „Versäumnissen“. Man sei über die neuen Hinweise sehr dankbar, sagte er. Vogel, der für die CDU im Bundestag saß, habe mehr als 30 Jahre an der Spitze der Gesellschaft gestanden. „Man hat mehr auf die Verdienste geschaut.“ Es sei zu bedauern, dass bisher weder die Gesellschaft noch Preisträger auf die Idee gekommen seien, genauer hinzuschauen – zumal es seit einiger Zeit sogar eine Wikipedia-Internetseite „mit sehr deutlichen Hinweisen auf die Tätigkeit von Vogel“ gebe. Nach der Umbenennung hat der Preisträger der „NZZ“, Andreas Ernst, die Ehrung doch noch entgegengenommen. dpa

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