Media-Analyse Radio : RadioEins bricht ein, BB Radio gewinnt stark

Zu wenig Erwachsene: Die werbetreibenden Radiosender in Berlin und Brandenburg haben teilweise erhebliche Reichweitenverluste hinnehmen müssen.

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Radio Eins
Radio EinsFoto: RBB

Dies zeigt die Media-Analyse Radio 2014/II, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die MA ist vergleichbar mit den Zuschauerquoten beim Fernsehen, an den Zahlen (den Hörern in der Durchschnittsstunde) orientieren sich die Radiosender bei der Festlegung der Werbepreise. Einer der großen Verlierer ist RadioEins – Slogan: „Nur für Erwachsene“ – vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Sender erzielte eine Reichweite von 88 000 Hörern (MA 2014/I: 116 000), verlor gut ein Viertel seiner Hörerschaft. Weitere Reichweitenverluste hinnehmen musste auch das Inforadio mit 43 000 Hörern (MA 2014/I: 49 000). Steigern konnte sich hingegen der Jugendsender Fritz vom RBB.

Beliebtester Sender in der Region ist laut Radio-MA aber weiterhin mit großem Abstand Antenne Brandenburg, vor 104,6 RTL und BB Radio, das mit plus 20 000 Hörern einen Riesensprung nach vorn machte. Großer Reichweiten-Verlierer bei den privaten Sendern ist Star FM (minus 22 000 Hörer). Kiss FM verlor 11 000 Hörer.

Deutschlandfunk verliert - in der Hauptstadtregion

Erstaunlich die unterschiedliche Gewichtung, die der Deutschlandfunk (DLF) erfährt. DLF hat seine Hörerzahl bundesweit in kurzer Zeit um zehn Prozent gesteigert. Montags bis freitags wird der DLF täglich von mehr als 1,7 Millionen Hörern eingeschaltet. Auf der anderen Seite steht ein Reichweitenverlust in der Hauptstadtregion: von 157 000 ging es in der Tagesreichweite auf 151 000 Hörer herunter. Deutschlandradio Kultur steigerte sich dort immerhin um 7000 auf 77 000 Hörer. Das Kulturradio verbesserte sich in der Tagesreichweite auf 112 000 Hörer (plus 2000).

Generell haben die öffentlich-rechtlichen Radiosender ihre Stellung gegenüber der privaten Konkurrenz leicht ausgebaut. Eine Tendenz, die sich schon bei der letzten Radio-MA andeutete. 39,71 Millionen Menschen hören an jedem Werktag die ARD-Sender. Die privaten Wellen werden von 32,23 Millionen Menschen eingeschaltet. Im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage vom März hat die ARD 54 000 Hörer gewonnen. Die Privaten haben 43 000 Hörer verloren.

Für die Umfrage hat die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) mehr als 70 000 Menschen in Deutschland nach ihren Lieblingsprogrammen befragt.

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