Medien : Medien fördern Integration Wolfgang Schäuble lobt Vermittlerrolle

Stefanie Erhardt
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W. Schäuble

Dass es mit Mehmet Kurtulus jetzt einen türkischstämmigen „Tatort“-Kommissar gibt, freut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Aber nicht nur das Fernsehen, sondern auch Zeitungen und Zeitschriften, Radio und Internet nehmen eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Deutschen und Migranten ein, sagte Schäuble am Montagabend im Rahmen der dritten Berliner Medienrede, die seit 2006 unter anderem von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veranstaltet wird.

Medien würden Deutschen helfen, das Verständnis für Einwanderer zu fördern. Gleichzeitig könnten Medien Migranten in der Bundesrepublik Werte und Regeln näher bringen. „Medien sind im Integrationsprozess Beobachter und Berichterstatter, aber auch Akteure“, sagte Schäuble.

Er verwies nicht nur auf die Rolle der Medien als positiver Vermittler zwischen den Kulturen, sondern kritisierte auch die angeblich wachsende Tendenz skandalträchtiger und übertriebener Berichterstattung. Sie folgt nach seiner Ansicht aus dem Wettbewerb der Medien um Aufmerksamkeit. Dominieren würden wenige, einfache Themen, die die Quote nach oben treiben. Beispielsweise werde der Islam oft mit Gewalt in Verbindung gebracht. Eine solche Berichterstattung behindere die Integration. Ziel müsse es sein, „Ausgewogenheit herzustellen.“

Es sei aber auch notwendig, dass Zuwanderer deutsche Medien nutzen. Zurzeit könnten in Deutschland beispielsweise über 50 größere türkische Sender über Satellit empfangen werden. Die Gefahr eines „Medienghettos“ sieht Schäuble trotzdem nicht. Eine Studie der ARD/ZDF-Medienkommission zeige, dass alle Migrantengruppen gut von deutschen Medien erreicht würden, wobei die privaten TV-Sender jedoch beliebter seien. Besondere Bedeutung hat offenbar das Internet: Dies werde besonders häufig von Personen mit Migrationshintergrund genutzt. Stefanie Erhardt

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